Technik ADAC: E10 wirkt sich nicht auf Ölwechsel aus

Landsberg. Verunsicherung an der Zapfsäule: Muss durch den neuen Biosprit E10 das Öl öfter gewechselt werden? Der ADAC meint: nein. Laut dem Automobilclub hat die Nutzung von E10 keine Auswirkungen auf die Ölwechselintervalle eines Fahrzeugs.
07.03.2011, 17:32
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Landsberg. Verunsicherung an der Zapfsäule: Muss durch den neuen Biosprit E10 das Öl öfter gewechselt werden? Der ADAC meint: nein. Laut dem Automobilclub hat die Nutzung von E10 keine Auswirkungen auf die Ölwechselintervalle eines Fahrzeugs.

Wer für sein Auto oder Motorrad eine Herstellerfreigabe für den E10-Betrieb hat, brauche nicht zu befürchten, dass der neue Kraftstoff den Schmierstoff schneller verwässert als das bisher genutzte Benzin, sagte die ADAC-Technikexpertin Andrea Gärtner in Landsberg/Lech. Folglich müsse das Öl auch nicht in kürzeren Abständen ausgetauscht werden. Ein Wissenschaftler des Instituts für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen an der Universität Stuttgart hatte zuvor entsprechende Bedenken geäußert.

Neben dem ADAC dementierten auch mehrere Fahrzeughersteller, dass sich im E10-Betrieb die Ölwechselintervalle verkürzen könnten. Bei Verbrennungsmotoren könne es zwar generell zu einer Ölverdünnung kommen. "Das hat aber nichts mit E10 zu tun", betonte Gärtner. Dieser Effekt tritt dem Automobilclub zufolge vor allem bei häufigen Kurzstreckenfahrten auf: Ist der Motor noch vergleichsweise kalt, kondensieren in den Zylindern Wasserdampf und Spritrückstände. Sie können dann an den Kolben vorbei in den Ölkreislauf gelangen. Mit zunehmender Verdünnung des Öls lässt dessen Schmierwirkung nach.

Probleme mit E10 können Kraftfahrer allerdings bekommen, wenn ihr Wagen keine Herstellerfreigabe für das Biobenzin hat. Dann drohen bereits nach einer Betankung Motorschäden. Denn dem Kraftstoff E10 sind bis zu zehn Prozent Bioethanol beigemischt - beim herkömmlichen Benzin beträgt der Anteil maximal fünf Prozent. Die höhere Ethanolkonzentration kann dazu führen, dass Kraftstoffschläuche brüchig werden und Motorteile korrodieren.

Welche Fahrzeuge E10 vertragen und welche nicht, lässt sich im Internet herausfinden: Auf ihren Webseiten geben zum Beispiel der ADAC oder die Deutsche Automobil Treuhand einen Überblick. Ein Anruf beim jeweiligen Autohersteller oder einer Markenwerkstatt bringt ebenfalls Klarheit. (dpa/tmn)

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