Minilabor „Philae“ legt nach erfolgreicher Mission eine Pause ein „Alles okay – schlaf gut“

Paris. Das Minilabor „Philae“ schläft, doch die Erforschung des Kometen Tschuri geht weiter. Zur Freude der Verantwortlichen übermittelte der Kometenlander in der Nacht zu Sonnabend mit seinem letzten Rest Energie erfolgreich alle gewonnenen Messdaten, wie die europäische Raumfahrtbehörde ESA mitteilte.
16.11.2014, 00:00
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Das Minilabor „Philae“ schläft, doch die Erforschung des Kometen Tschuri geht weiter. Zur Freude der Verantwortlichen übermittelte der Kometenlander in der Nacht zu Sonnabend mit seinem letzten Rest Energie erfolgreich alle gewonnenen Messdaten, wie die europäische Raumfahrtbehörde ESA mitteilte.

Die Mission sei ein „voller Erfolg“, erklärte „Philae“-Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Demnach arbeitete das kühlschrankgroße Minilabor 56 Stunden durch, genauso wie seine Kontrolleure am Boden. Alle zehn Messinstrumente kamen demnach zum Einsatz, darunter Bohrer, chemische Analysegeräte und Spezialkameras. Kurz vor Mitternacht öffnete sich eines von zwei Übertragungsfenstern pro Tag. Als nach und nach die Daten eintrafen, brach im Kontrollraum in Köln immer wieder Jubel aus, wie die DLR mitteilte.

„Philae“ war am Mittwochnachmittag auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, kurz Tschuri, gelandet. Die Batterie war für eine Energielieferung von etwa 60 Stunden programmiert, danach sollten Solarbatterien einspringen. Allerdings landete „Philae“ an einer anderen Stelle als geplant, nämlich in einer Schrägstellung und womöglich an einem Kraterrand. Deshalb bekam er wesentlich weniger Sonnenlicht ab als geplant – und entsprechend weniger Energie liefern auch die Sonnensegel. Wie das DLR mitteilte, gelang es am Freitag, „Philae“ samt seinen Sonnensegeln um 35 Grad zu drehen. Das größere Sonnensegel steht nun in einem günstigeren Winkel zur Sonne und kann mehr Energie tanken. Die Hoffnung ist, dass sich „Philae“ noch einmal aus seinem Ruhemodus hochfahren lässt, wenn sich der Komet in den kommenden Monaten weiter der Sonne nähert.

Die ESA ließ „Philae“ und dessen Trägersonde „Rosetta“, die die rund 510 Millionen Kilometer weite Reise zu Tschuri absolviert hatte, über Twitter miteinander kommunizieren. Übersetzt ins Deutsche lautete der Dialog etwa so: „Mein Leben auf einem Kometen hat gerade erst begonnen. Ich schließe mit einem erholsamen ,zzzzz‘“. Die Sonde antwortete: „Ist gut, ,Philae‘. Bei mir ist soweit alles okay. Schlaf gut.“

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