Vögel bemühen sich um bestmöglichen Schutz des Nachwuchses

Angepasstes Verhalten

London (wk). Auf einen Räuber reagieren manche Vögel nur dann mit Alarmrufen, wenn ihre Küken gerade besonders viel Lärm machen. Damit zeigten sie ein Verhalten, das bisher nur bei Primaten beobachtet worden sei, erklären Forscher in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society.
16.10.2013, 00:00
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Von WESER-KURIER

Auf einen Räuber reagieren manche Vögel nur dann mit Alarmrufen, wenn ihre Küken gerade besonders viel Lärm machen. Damit zeigten sie ein Verhalten, das bisher nur bei Primaten beobachtet worden sei, erklären Forscher in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society. Die Vögel seien in der Lage, aus dem Verhalten ihrer Küken auf das Risiko, gefressen zu werden, zu schließen. Sie stimmten ihre eigene, ebenfalls potenziell riskante Reaktion darauf ab.

„Bei Arten, die ihre Jungen mit Alarmschreien warnen, stehen die Eltern vor einem fundamentalen Dilemma“, schreiben die Forscher. „Die Schreie können lauten Nachwuchs zum Schweigen bringen und so die Wahrscheinlichkeit verringern, dass er gehört wird. Aber sie können auch dem Fressfeind signalisieren, dass Junge in der Nähe sind.“ Der Ausweg bestehe darin, die Reaktion davon abhängig zu machen, wie hoch das Risiko für die Brut einzuschätzen sei.

Tonya Haff and Robert Magrath von der Australischen National-Universität in Canberra hatten mit Vögeln der Gattung Sericornis experimentiert. Sie beobachteten 20 Nester im Nationalen Botanischen Garten mit jeweils drei Küken. Zunächst wurden die Kontakt- und Hungerschreie der Jungen aufgenommen. Anschließend bekam jedes Elternpaar die Stimmen des eigenen Nachwuchses zu hören. Wenn die Eltern mit Kontaktschreien auf die Bandaufnahmen reagierten, folgte der Einsatz von Tierpräparaten. So wurde zum Beispiel eine ausgestopfte Dickschnabel-Würgerkrähe, ein Fressfeind von Sericornis, zwei Meter entfernt vom Nest aufgestellt. Waren die Jungen relativ ruhig, blieben es meist auch ihre Eltern.

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