Ansteckende Spielfreude

Beim Kea handelt es sich um eine Papageienart, die in Neuseeland zu Hause ist. Die Tiere gelten als neugierig und schlau.
21.03.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Christoph Sator

Beim Kea handelt es sich um eine Papageienart, die in Neuseeland zu Hause ist. Die Tiere gelten als neugierig und schlau. Außerdem sind sie erstaunlich sozial, wie eine Forschergruppe um Raoul Schwing von der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Fachjournal „Current Biology“ erklärt. Nach Darstellung der Wissenschaftler gelingt es Keas mit einem bestimmten Laut, ihre Artgenossen zum Spielen zu animieren. Bislang seien solche „emotional ansteckenden“ Töne nur von Säugetieren bekannt gewesen.

„Keas verfügen nicht nur über erstaunliche kognitive Fähigkeiten, etwa beim Umgang mit Gegenständen, sondern auch über ein komplexes Spielverhalten“, erklärt Schwing. In einem Experiment spielten die Forscher wild lebenden Keas fünf Minuten lang Spiellaute von Artgenossen vor, die sie zuvor aufgenommen hatten. Einige der Vögel begannen daraufhin spontan zu spielen. Um die Bedeutung der speziellen Laute besser einschätzen zu können, konfrontierten die Wissenschaftler die Tiere auch mit anderen Rufen von Papageien und Lauten des Südinsel-Rotkehlchens. Dadurch ließen sich die Keas jedoch nicht zum Spielen animieren. „Das zeigt, dass das Trällern einen ähnlich ansteckenden Effekt hat wie das Lachen bei uns Menschen“, sagt Schwing.

Die Bezeichnung Kea geht auf den typischen Ruf der Vögel zurück: „Kea Kea“. Die Papageien mit ihrem olivfarbenen Federkleid werden etwa 45 Zentimeter groß. Nach Angaben der Tierschutzorganisation Kea Conservation Trust gibt es auf Neuseelands Südinsel nur noch etwa 5000 Exemplare.

Zur Ordnung der Papageienvögel gehören etwa 350 Arten. Mit ihren Fähigkeiten und Eigenarten haben sie in den vergangenen Jahren Forscher immer wieder verblüfft. So sind Papageien beispielsweise in der Lage, ohne Training zu einem Takt zu tanzen. Von Graupapageien ist bekannt, dass sie Hunderte Wörter erlernen und sinnvoll einsetzen können. Bei Goffinkakadus, die in Volieren gehalten wurden, stellten Wissenschaftler fest, dass sie Werkzeuge verwendeten, um an Futter zu gelangen.

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