Verbraucher E-Autos im Alltag: Hohe Reichweiten noch unrealistisch

München/Berlin. Reichweiten von 600 Kilometern und mehr sind für Serienelektroautos noch Zukunftsmusik. Bei einer Rekordfahrt hatte ein zum E-Auto umgerüsteter Audi A2 diese Distanz ohne Aufladen geschafft.
26.10.2010, 17:22
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München/Berlin. Reichweiten von 600 Kilometern und mehr sind für Serienelektroautos noch Zukunftsmusik. Bei einer Rekordfahrt hatte ein zum E-Auto umgerüsteter Audi A2 diese Distanz ohne Aufladen geschafft.

«Das ist zwar eine beachtliche wissenschaftliche und praktische Leistung», sagte ADAC-Technikexperte Christian Buric. Doch wann solche Reichweiten dauerhaft auch im Alltagseinsatz möglich seien, sei schlecht zu sagen und hänge vom Fortschritt in der Batterietechnologie ab.

Auch der Bundesverband eMobilität in Berlin wollte keine Prognose wagen. Vorstandsmitglied Christian Heep sagte, dass momentan realistische Reichweiten von im Schnitt 100 bis 150 Kilometern für etwa 90 Prozent aller Autofahrten ausreichten. Derzeit gehen Experten laut ADAC von einer Leistungssteigerung der Akkus von 20 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre aus.

Aktuelle Elektro-Modelle, die bereits verkauft werden oder kurz vor der Markteinführung stehen, schaffen nur einen Bruchteil der Rekorddistanz des A2. So geben Peugeot und Mitsubishi je 130 Kilometer Reichweite für die Modelle iOn und i-Miev an. Der Tesla Roadster soll immerhin auf mehr 300 Kilometer kommen. Die Praxiswerte dürften dem ADAC zufolge jedoch jeweils niedriger liegen.

Anhand einer Rekordfahrt wie der des umgebauten A2 sei schlecht die alltägliche Einsatzfähigkeit einzuschätzen, so der ADAC. In der Praxis komme es anders als bei einer einzelner Fahrt etwa auf die «Zyklenfestigkeit» der Akkus an - also wie oft entladen und wieder aufgeladen werden kann. Als Praxiswert geben Hersteller nicht selten 1000 Ladezyklen an. Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren sind laut ADAC derzeit auf eine Lebensdauer von im Schnitt 13 Jahren und eine Fahrleistung von 240 000 Kilometern ausgelegt.

Die 626 Kilometer lange Rekordfahrt von München nach Berlin im Elektro-A2 wurde von dem jungen Berliner Technologieunternehmen DBM Energy und dem Energieanbieter lekker Energie durchgeführt. DBM hat seit einem Jahr an der Batterie auf Lithium-Metall-Polymer-Basis gearbeitet. (dpa/tmn)

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