Hersteller Exoten und Elektro-Bikes: Die Motorradmesse Intermot

Köln (dpa/tmn) - Noch machen viele Motorradhersteller ein Geheimnis aus ihren Neuheiten für das Modelljahr 2011. Fest steht aber schon, dass sich Besucher der Zweiradmesse Intermot in Köln auf einige schwer motorisierte Maschinen und neue Elektrofahrzeuge freuen dürfen.
28.09.2010, 09:20
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Köln (dpa/tmn) - Noch machen viele Motorradhersteller ein Geheimnis aus ihren Neuheiten für das Modelljahr 2011. Fest steht aber schon, dass sich Besucher der Zweiradmesse Intermot in Köln auf einige schwer motorisierte Maschinen und neue Elektrofahrzeuge freuen dürfen.

Motorräder mit mehr als vier Zylindern waren schon immer Exoten. In die Serienproduktion schafften es bisher nur wenige Modelle. Dazu zählen die Sechszylinder-Pioniere Benelli 750 Sei, Honda CBX und Kawasaki Z1300 aus den 70er Jahren. 1988 kam noch Hondas Reisemaschine Gold Wing mit einem Sechszylinder-Boxer dazu. Umso erstaunlicher ist es, dass bei der Intermot in Köln (6. bis 10. Oktober) gleich zwei Hersteller solche schwer zu konstruierenden, aber besonders laufruhigen Kraftprotze vorstellen werden.

BMW enthüllt auf der internationalen Motorradleitmesse den Sechszylinder-Tourer K 1600 - in einer sportlichen GT-Version und der Luxusausführung GTL. Ebenfalls aus sechs Zylindern schöpft die VR6 der wiederbelebten Marke Horex ihre Antriebskraft, die der Hersteller als «serienfähige Studie» zeigen und ab 2011 produzieren will.

Bei zwei außergewöhnlichen Neuvorstellungen wie diesen von einem Trend zu sprechen, wäre vermessen. Allerdings blasen BMW und Horex mit den Modellen frischen Wind in die Segel der Branche und etablieren eine Nische im Luxussegment, für die sich ein neuer Kundenkreis gewinnen lässt. Der Preis für die BMW ist noch nicht bekannt, die Horex wird rund 20 000 Euro kosten.

Mit derart hochpreisigen Motorrädern lassen sich Kunden gewiss nicht in Scharen ködern. Dabei benötigt die Branche dringend mehr Käufer. Denn die Verkaufszahlen sind nach einem kurzen Aufschwung vor drei Jahren erneut rückläufig: Wurden 2008 laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 187 420 neue Maschinen angemeldet, waren es im vergangenen Jahr nur 155 058. Achim Marten, Sprecher des Industrie-Verbands Motorrad (IVM) in Essen, sieht vor allem einen Ausweg aus der Absatzkrise: «Wir wollen verstärkt neue Zielgruppen ansprechen.»

In erster Linie denkt Marten dabei nicht an jene Kunden, die mit dem Kauf eines exklusiven Sechszylinder-Motorrads liebäugeln. «Generell sehen wir bei jungen Leuten und Frauen viel Potenzial», sagt er. Das seien zwei Zielgruppen, die sich vornehmlich für unverkleidete Tourenmaschinen interessieren, so der IVM-Sprecher. Wie viele solcher Maschinen auf der Intermot stehen, wird sich erst beim Messestart zeigen. Denn fast alle Hersteller machen im Vorfeld ein großes Geheimnis aus ihren Premieren. Zumindest KTM hat eine 125er für Fahranfänger angekündigt und steigt damit in ein neues Marktsegment ein.

Die offiziell bestätigten Weltneuheiten lassen sich derzeit noch an zwei Händen abzählen: Neben den neuen Modellen von BMW und Horex ist in Köln eine Neuauflage von Kawasakis Superbike Ninja ZX-10R für das Modelljahr 2011 zu sehen. Von Aprilia kommt als Weltpremiere die Supermoto Dorsoduro mit 1,2-Liter-Motor, die es bisher nur als 750er gab. Harley Davidson präsentiert das neue Sportster-Modell XL 883L SuperLow mit besonders niedriger Sitzhöhe. Zudem hat das US-amerikanische Unternehmen den Cruiser Softail Deluxe und den Tourer Electra Glide Classic, der jetzt serienmäßig von einem 1,7-Liter-V2-Motor angetrieben wird, wieder ins Programm aufgenommen.

Besonders viele Fahrzeugneuheiten erwartet der Messeveranstalter Koelnmesse im Bereich der Elektromobilität. Mit Strom angetriebene Roller und Elektrofahrräder, sogenannte Pedelecs, werden dabei die größte Rolle spielen, hieß es. Vereinzelt werden aber auch erste Elektromotorräder ausgestellt, die so leistungsstark wie Modelle mit Verbrennungsmotor sind, darunter Bikes des Schweizer Herstellers Quantya.

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