Vierte Generation Im Test: Neuer Skoda Fabia legt nicht nur an Größe zu

Bescheiden, beengt und behäbig - bislang hatten Kleinwagen selten eine große Anziehungskraft. Der neue Skoda Fabia soll mit dem Image aufräumen. Dafür klopft er allerdings auch an die Tür zur Kompaktklasse.
08.09.2021, 04:08
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Von dpa

Berlin (dpa-infocom) - Skoda bekennt sich zum Kleinwagen: Während andere Hersteller aufs SUV umschwenken, legen die Tschechen jetzt die vierte Generation des Fabia auf und beweisen dabei buchstäblich Größe. Denn wenn das neue Einstiegsmodell aus Mlada Boleslav Mitte September zu Preisen ab 13.990 Euro in den Handel kommt, wächst der Fabia über sich hinaus.

Möglich macht das der Umzug auf die Konzernplattform MQB-A0, die bei VW auch den Polo und bei Seat den Ibiza trägt. Denn diese Architektur ermöglicht völlig neue Abmessungen: Mit elf Zentimetern mehr Länge wächst er auf 4,11 Meter und schließt so zum VW Golf der Jahrtausendwende auf. Und bei 2,56 Metern Radstand (plus neun Zentimeter) haben vor allem die Hinterbänkler spürbar mehr Platz. Außerdem wächst der Kofferraum um 50 auf 380 Liter und liegt damit gleichauf mit dem aktuellen Golf.

Digital und vernetzt

Dank des neuen Baukastens hat Skoda auch Zugriff auf zahlreiche neue Technologien. Hinter dem Lenkrad erstrahlt deshalb nun auf Wunsch ein digitales Cockpit. Das Infotainment ist online und bindet das Smartphone auch kabellos ein, und die Assistenzsysteme erlauben nahezu autonomes Fahren. So parkt der Fabia automatisch ein und hält bis 210 km/h auf Knopfdruck von allein den Abstand und die Spur. Und natürlich leuchten die Scheinwerfer ringsum mit LED-Technik.

Bei Ambiente und Ausstattung bewahrt der Fabia dann doch seinen eigenen Charakter. Das gilt für die Lenkräder mit den eigenwilligen Bediensatelliten genauso wie für die ungewöhnlichen Namensplaketten an der Hutze über dem Cockpit. Alleinstellungsmerkmal ist ebenfalls das «Simply Clever»-Programm. Nicht umsonst bietet der Fabia diesmal über 40 pfiffige Extras vom Regenschirm in der Tür bis zur Handytasche am Sitz. Mit den variablen Gepäckkörben im Kofferraum oder dem herausnehmbaren Becherhalter tauchen dabei auch ganz neue Details auf.

Unter der Haube bleibt alles beim Alten

Zwar gibt sich der Fabia bei Design und Ausstattung betont fortschrittlich. Doch unter der Haube geht es für einen Neuwagen aus dem Jahr 2021 erstaunlich konventionell zu. Natürlich hat auch Skoda den Diesel ausgemustert, aber für eine Elektrifizierung reicht es in dieser Klasse offenbar noch nicht. Und obwohl die Start-Stopp-Automatik ziemlich ruppig arbeitet und der Dreizylinder gern mal ins Turboloch fällt, hat sich Skoda auch den elektrischen Startergenerator gespart. Dabei hätte dieser Booster beide Probleme auf einmal lösen können.

Dass der Fabia trotzdem im Schnitt zehn Prozent weniger verbraucht, mit einem um fünf Liter kleineren Tank weiter kommt als der Vorgänger und in allen Versionen solide unter fünf Litern bleibt, hat vor allem zwei Ursachen. Trotz der neuen Größe hat er sein altes Gewicht behalten, und mit Kunstgriffen wie der Jalousie im Kühler, dem verkleideten Unterboden oder den Felgen-Blenden hat Skoda den cW-Wert auf 0,28 gedrückt - der niedrigste in dieser Klasse.

Aller guten Dinge sind drei

Angeboten wird der Fabia zunächst ausschließlich mit Dreizylindern von einem Liter Hubraum, die in vier Leistungsstufen zwischen 48 kW/66 PS und 81 kW/110 PS bereitstehen und Geschwindigkeiten bis 205 km/h ermöglichen. Später folgt dann noch ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS und 225 km/h als Top-Modell. Angetrieben werden immer die Vorderräder, und geschaltet wird manuell mit fünf oder sechs Gängen oder mit einem siebenstufigen DSG. Insbesondere beim stärksten Dreizylinder fühlt sich der Fabia kaum noch nach Kleinwagen an. Agil bewegt er sich durch den Verkehr und wirkt dank des großen Radstandes und des komfortablen Fahrwerks richtig erwachsen.

Fazit: Unter den Kleinen ein ganz Großer

Mit dem neuen Fabia ist Skoda ein großer Wurf gelungen. Denn deutlich gewachsen und sehr viel wertiger, moderner und vernetzter läuft der Neuling quasi zu Höchstform auf. Allerdings gilt das auch für die Preise. Zwar gibt es das Basismodell wie bisher für knapp 14.000 Euro. Doch wer sich fühlen will wie in der Golfklasse, der zahlt für den Kleinen auch so viel wie für einen Kompakten.

Datenblatt: Skoda Fabia 1.0 TSI DSG

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

© dpa-infocom, dpa:210819-99-894005/19

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