Vorstellung: Jeep Grand Cherokee 4xe

Berg ruft Stecker

Im Frühjahr 2022 kommt die Neuauflage des Jeep-Flaggschiffs Grand Cherokee nach Europa. Mit 4,91 Metern ist er eine echte Wuchtbrumme, gibt sich aber etwas grüner: Unter der Haube steckt nun ein Plug-in-Hybrid.
09.10.2021, 06:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Michael Kirchberger/AMPNET

Er hat den anspruchsvollen Rubicon Trail in Kalifornien, die Wüsten Arabiens und die Eiseskälte in den Rockys überstanden, auch 65 Prozent Steigung auf dem Moab in Utah (Foto) konnten ihn nicht bremsen – und das alles im Elektromodus. Die Rede ist vom Jeep Grand Cherokee, dessen Neuauflage Ende des Jahres in den USA debütiert. Im Frühjahr 2022 kommt die SUV-Legende dann auch in die Alte Welt.

Und: Auf den europäischen Märkten fährt das Jeep-Flaggschiff wesentlich moderner vor als in der Heimat. Denn die mächtigen Sechs- und Achtzylinder, die dort vor allem die Tankstellenbesitzer erfreuen, werden nicht mehr den Weg über den Atlantik finden. Hier wird der Grand Cherokee als Plug-in-Hybrid teilelektrisch unterwegs sein – und sonst nichts.

Die fünfte Generation des Offroaders nutzt künftig das bereits im Schwestermodell Wrangler vorgestellte Antriebsduo aus Verbrenner und E-Maschine mit dem Kürzel 4xe. Zwar macht auch das aus so einer Wuchtbrumme kein Ökomobil, ist aber immer noch besser als der ausschließliche Konsum fossiler Brennstoffe.

So geht der große Jeep also etwas grüner an das heran, was Unternehmenschef Christian Meunier recht vollmundig so formuliert: Der Grand Cherokee bringt einen an Plätze, die sonst kein SUV erreicht. Fakt ist: Die Quadra Lift genannte Luftfederung, 28,7 Zentimeter Bodenfreiheit und 61 Zentimeter Wattiefe versprechen in der Tat vorzügliche Geländeeigenschaften. Ein entkoppelbarer Stabilisator vorn (Swaybar Disconnect) sorgt zudem für noch bessere Verschränkung – so muss der US-Klettermaxe den Vergleich mit einem Mercedes G nicht scheuen.

Aber weshalb sollte er auch? Schließlich wurden in seiner langen Karriere schon mehr als sieben Millionen Exemplare des Grand Cherokee verkauft. So gibt sich Nummer fünf im Auftritt auch gänzlich unbescheiden. 4,91 Meter ist sie lang – und damit 30 Zentimeter kürzer als die im Frühjahr vorgestellte Maxiversion Grand Cherokee  L, die aber nur die Kunden auf dem US-Markt beglücken wird. Wir Europäer sollten es verschmerzen können. Zumal Jeep beschwört, dieser Grand Cherokee sei das Luxuriöseste, das es je hinter dem charakteristischen Kühlergrill mit seinen sieben Streben gegeben habe.

Dann mal los: An Bord sind neben der üblichen Schar an Fahrassistenten jetzt auch die 360-Grad-Rundumkamera und das Nachtsichtsystem Nightview. Dazu fürs Auge abgestepptes Leder und mattschimmerndes Holz; eine Audioanlage mit fast 1000 Watt gibt ordentlich was auf die Ohren.

Ach ja, gefahren werden soll ja auch noch. Den Vortrieb übernimmt in Teilen ein aufgeladener Zweiliter-Benziner, die E-Maschine steuert nochmals 80 kW (109  PS) bei, sodass als Systemleistung 276 kW/375 PS stehen. 4,1 Liter Benzin wurden als Normwert pro 100 Kilometer ermittelt – aber nur dann, wenn der Strom aus dem 17,3 kWh großen Akku gnädig in die Gesamtbilanz einfließen kann. Im reinen E-Betrieb – der gern und sinnvollerweise vor allem auf städtischen Kurzstrecken genutzt wird – schafft der Grand Cherokee indes nur überschaubare 40 Kilometer.

Wir erinnern uns: Ab 2022 müssen Plug-in-Hybride unter Strom mindestens 60  Kilometer schaffen, um staatlich bezuschusst zu werden. Da ist also noch einige Luft nach oben, Rubicon Trail hin oder her.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+