Mitglieder des Rotary Clubs Osterholz-Scharmbeck beteiligen sich an der Aktion „Plant-for-the-Planet“ Bäume für den Klimaschutz

Osterholz-Scharmbeck. Im Mai diesen Jahres referierte Lukas Wolf, langjähriges Mitglied von „Plant-for-the-Planet“, über diese Organisation im Rotary Club Osterholz-Scharmbeck. Die Clubmitglieder sprachen damals spontan ihre Unterstützung aus und handelten.
16.09.2018, 00:00
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Osterholz-Scharmbeck. Im Mai diesen Jahres referierte Lukas Wolf, langjähriges Mitglied von „Plant-for-the-Planet“, über diese Organisation im Rotary Club Osterholz-Scharmbeck. Die Clubmitglieder sprachen damals spontan ihre Unterstützung aus und handelten. Noch im Juli wurden in Ritterhude als auch im Teufelsmoor auf Kosten des Clubs und in vollständiger Eigeninitiative rund 200 Bäume gepflanzt, davon acht bereits ausgewachsene Bäume. Zudem beteiligt sich der RC Osterholz-Scharmbeck an der Baumpflanzaktion der Region Unterweser, wo insgesamt sechs Clubs gemeinschaftlich eine umfangreiche Baumpflanzaktion umsetzten.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Organisation „Plant-for-the-Planet“? Angefangen hat alles mit einem Schulreferat – heute ist „Plant-for-the-Planet“ eine globale Bewegung mit einem großen Ziel: auf der ganzen Welt Bäume pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen. Die Schülerinitiative „Plant-for-the-Planet“ wird 2007 vom neunjährigen Felix Finkbeiner gegründet. Inspiriert von Wangari Maathai, die in Afrika in 30 Jahren 30 Millionen Bäume gepflanzt hat, formuliert Felix seine Vision: Kinder könnten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen. Und so auf eigene Faust einen CO2-Ausgleich schaffen. Denn jeder gepflanzte Baum entzieht der Atmosphäre CO2. Der erste Baum wird gepflanzt und Klaus Töpfer, ehemals Bundesumweltminister und Vorsitzender des United Nations Environment Programme (UNEP), wird Schirmherr.

Felix trägt die Idee von „Plant-for-the-Planet“ in die Welt. Er wird UNEP-Junior-Board-Member und spricht auf wichtigen Umwelt- und Klimaveranstaltungen, zum Beispiel vor dem Europäischen Parlament. Deutschland- und weltweit werden „Plant-for-the-Planet“-Akademien organisiert. Das sind Veranstaltungen von Kindern für Kinder, auf denen sie sich gegenseitig dazu befähigen, gegen die Problematik der Klimakrise aktiv zu werden. Sie werden Botschafter für Klimagerechtigkeit.

Auf der UNEP Kinder- und Jugendkonferenz in Südkorea im Jahr 2009 verabschieden 800 Kinder eine Erklärung für den Klimagipfel in Kopenhagen. Am Ende fragt Felix das Auditorium, wer ebenfalls eine Million Bäume in seinem Land pflanzen will. Innerhalb weniger Minuten kommen viele hundert Kinder aus 56 verschiedenen Ländern aufs Podium, um die Idee von "Plant-for-the-Planet" in ihren Ländern in die Tat umzusetzen. Um die Initiative noch bekannter zu machen, wird eine Kommunikationskampagne mit dem Titel „Stop talking. Start planting.“ gestartet. Nach nur drei Jahren pflanzen die Kinder in Deutschland den millionsten Baum. Die -Plant-for-the-Planet" Foundation wird ins Leben gerufen, die mittlerweile 25 Mitarbeiter beschäftigt.

Anfang des Jahres 2011 wird Felix als Redner ins UN-Hauptquartier eingeladen. Er fordert die Delegierten persönlich dazu auf, im Kampf gegen die Klimakrise nicht mehr nur zu reden, sondern endlich zu handeln. Felix fordert 1000 Milliarden Bäume für die Zukunft der Kinder. Die Kinder von „Plant-for-the-Planet“ haben mittlerweile den offiziellen Auftrag, alle Menschen zum Bäumepflanzen zu motivieren. Eine große Ehre – aber auch eine große Aufgabe.

Im Jahr 2015 wird schließlich der erste Baum auf dem Stiftungsgelände auf der Yucatán-Halbinsel gepflanzt. „Plant-for-the-Planet“ gibt ein Versprechen: „Wir werden jeden Baum pflegen, den wir gepflanzt haben, und jedes Jahr eine Million Bäume mehr pflanzen als im Jahr davor.“ Im September 2015 erscheint im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature eine Studie, die die Kinder initiiert hatten. Dr. Tom Crowther von der Universität Yale hat erstmals erforscht, wie viele Bäume auf der Welt wachsen („Mapping tree density at a global scale“). Es sind circa 3000 Milliarden. Er ist es auch, der für die Kinder nachweist, dass für 1000 Milliarden weitere Bäume Platz auf der Welt ist, ohne dass diese in Konkurrenz zu Landwirtschaft oder Siedlungen treten. Das Ziel der Kinder ist damit wissenschaftlich untermauert.

Damit aber diese 1000 Milliarden Bäume tatsächlich auch gepflanzt werden können, brauchen die Kinder Hilfe. Heute sind über 100 000 Kinder weltweit für „Plant-for-the-Planet“ aktiv. 70 000 von ihnen sind Botschafter für Klimagerechtigkeit. Das sind Kinder von neun bis zwölf Jahren, die ihr Wissen auf den Akademien an andere weitergeben und sie ebenfalls zu Botschaftern ausbilden. So erreicht „Plant-for-the-Planet“ möglichst viele Kinder und motiviert sie, für ihre Zukunft aktiv zu werden.

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