Bakterienschmaus für Steinkrabben

Bremen (wk). Kalte Quellen sind die Grundlage für eine überraschende Artenvielfalt in der Tiefsee. Vor der Küste Costa Ricas hat nun ein internationales Wissenschaftlerteam dokumentiert, wie Steinkrabben Bakterienmatten an einer Methanquelle abgrasen.
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Von WESER-KURIER

Kalte Quellen sind die Grundlage für eine überraschende Artenvielfalt in der Tiefsee. Vor der Küste Costa Ricas hat nun ein internationales Wissenschaftlerteam dokumentiert, wie Steinkrabben Bakterienmatten an einer Methanquelle abgrasen. Die Analyse-Ergebnisse und eine Zeitrafferaufnahme, veröffentlicht im Online-Fachmagazin „Plos one“, belegen, dass nicht nur sesshafte Organismen von der Produktivität rund um die kalten Quellen profitieren. Zu dem Forscherteam gehören unter anderem das Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und das Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Der Boden der Tiefsee ist über weite Strecken öde und unbelebt – eine Wüste, kilometerhoch mit Wasser bedeckt. Oasen entstehen um die kalten Quellen, an denen das Wasser gelöste Elemente aus dem Boden herauftransportiert. So können spezialisierte Mikroben austretendes Methan und Sulfat aus dem Meerwasser in Schwefelwasserstoff umwandeln. Dabei setzen sie Kohlendioxid frei. Hoch angepasste Bakterien, von denen viele in Symbiose mit Würmern und Muscheln leben, nutzen den Schwefelwasserstoff für ihr Wachstum. „Die Koexistenz bei Organismen, die sich an den kalten Quellen angesiedelt haben, ist gut erforscht“, sagt der Kieler Biologe Peter Linke. „Wir konnten jetzt einen Beweis erbringen, dass auch Krebse zu den Nutznießern der Methanquellen gehören.“ Damit nähere man sich einer Antwort auf die Frage, welche Organismen von den Quellen profitierten. „Wandernde Mischkostler gehören offenbar dazu“, sagt Linke.

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