Eher kein Zusammenhang

Paul-Ehrlich-Institut prüft zehn Todesfälle nach Corona-Impfung

Bislang untersucht das Paul-Ehrlich-Institut zehn Todesfälle, die nach einer Corona-Impfung geschehen sind. Den Experten zufolge ist ein direkter Zusammenhang aber unwahrscheinlich.
14.01.2021, 14:15
Lesedauer: 1 Min
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Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. Schwer kranke Menschen waren innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen am Donnerstag. „Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung“, sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, aber es handele sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen. Manche seien palliativ behandelt worden. Bislang haben in Deutschland mehr als 800 000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Als einen der zehn Todesfälle zählt das Institut eine 89-Jährige in einem Seniorenheim in Weyhe (Kreis Diepholz). Die Frau war nach Angaben des Landkreises am Mittwoch kurz nach der Impfung unerwartet gestorben. Eine Klärung der Todesursache bleibe abzuwarten, teilte der Kreis mit. Das Land Niedersachsen und das Paul-Ehrlich-Institut seien informiert worden.

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Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte schon vor der EU-Zulassung des Biontech-Präparats darauf hingewiesen, dass aufgrund der statistischen Wahrscheinlichkeit „Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung versterben werden“ - etwa weil zuerst alte Menschen geimpft würden, die aufgrund ihres Alters allgemein ein höheres Risiko hätten zu sterben.

Das Paul-Ehrlich-Institut will künftig wöchentlich über die gemeldeten Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung informieren. Bis zum Sonntag waren 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegenden Nebenwirkungen. Das waren 0,53 Verdachtsfällen pro 1000 Impfdosen beziehungsweise 0,08 Verdachtsfälle für schwerwiegende Nebenwirkungen pro 1000 Impfdosen.

Die bei weitem häufigsten Nebenwirkungen, über die berichtet wurde, waren Kopfschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Gliederschmerzen.

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