Draht und Esel

„Das Bonanzarad ist echt was fürs Auge“

Nic Mash alias Nicolai kommt aus Grambke im Bremer Norden und erzählt über sein Fahrrad.
24.02.2019, 12:00
Lesedauer: 3 Min
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„Das Bonanzarad ist echt was fürs Auge“
Von Lisa-Maria Röhling
„Das Bonanzarad ist echt was fürs Auge“

Nic Mash alias Nicolai kommt aus Grambke im Bremer Norden.

Christina Kuhaupt
Das erste Mal auf zwei Rädern

Puh, das ist schwierig. An das allererste Mal auf zwei Rädern kann ich mich nicht erinnern. Aber wenn ich an meine frühen Fahrerlebnisse denke, kommen mir gleich die folgenden Bilder in den Kopf: Ich, auf dem Bürgersteig vor unserem Haus. Ich sitze auf meinem Fahrrad, dahinter steht mein Vaddi und gibt mir Anschwung. Und als er loslässt, radel ich unfallfrei los.

Das aktuelle Fahrrad

Ich habe eigentlich zwei Fahrräder: ein Rennrad und ein Bonanzarad. Das Rennrad habe ich schon länger, mein Bonanzarad erst seit einem Jahr. Ehrlich gesagt habe ich das Rennrad inzwischen eigentlich aufgegeben, ich nutze es kaum noch. Ein Kollege hat mir das Bonanzarad vor einem Jahr ausgeliehen und hab es mir praktisch zueigen gemacht. Seitdem ist es meine absolute Nummer eins. Mit dem richtigen Kettensatz fährt es sich total entspannt und ist mega bequem. Mein Modell ist eine Art Cruiser. Es hat nur einen Gang, ist also für große Touren beispielsweise im Blockland überhaupt nicht gemacht. Aber dafür ist es echt was fürs Auge. Und das nutze ich voll aus: Ich fühle mich richtig gut, wenn ich auf dem Bonanzarad unterwegs bin.

Die Lieblingsstrecke

Die fahre ich natürlich immer mit meinem Bonanzarad. Dafür treffe ich mich mit meinen Jungs von D.U.M-Enterprises in der Neustadt, immer bei „Hampis Stop Shop“. Dort starten wir in Richtung Brill Nr. 6, da wird noch ein Kollege abgeholt. Und dann geht’s an der Schlachte los, immer in Richtung Überseestadt, direkt an der Weser entlang. Diese Route kann man eigentlich immer fahren, wenn nicht gerade Glatteis herrscht – und wenn man ein bisschen windresistent ist. Die Strecke fahre ich mindestens vier- bis fünfmal im Jahr, immer mit den gleichen Leuten. Wenn wir in normalem Tempo fahren würden, wären wir sicher innerhalb einer Stunde da. Aber wir machen so viele Pausen und fahren so entspannt, da sind wir meistens schon drei bis vier Stunden unterwegs.

Die Vorgängermodelle

Mein Rennrad bin ich tatsächlich zehn Jahre gefahren, bevor ich es gegen das Bonanzarad eingetauscht habe. Ich hab’s mir ehrlich gesagt wegen der Tour de France gekauft: Ich war damals so von Jan Ulrich und der ganzen Tour angefixt, dass ich unbedingt auch so ein Rennrad haben wollte. Ich bin damit viel in Bremen-Nord auf dem Deich gefahren, und nach und nach ist es dann zum Alltagsrad geworden. Außerdem hatte ich sehr lange ein Triumph-Fahrrad.

Der letzte Diebstahl

Da hat es das Triumph-Fahrrad erwischt, das wurde mir direkt vor der Tür geklaut. Wie es genau passiert ist, weiß ich nicht. Ich bin morgens aus dem Haus gekommen und wollte mein Rad vom Treppengeländer abschließen. Und dann hing da nur noch die Plastikhülle des Schlosses, das Fahrrad war weg. Zu spät zur Arbeit bin ich dann auch noch gekommen. Aber gut, das ist typisch Bremen: Jedem kommt mal ein Fahrrad weg. Ansonsten habe ich Glück gehabt: Mir ist bisher nur vor vielen Jahren mal das Vorderrad geklaut worden. Das war natürlich auch ärgerlich, weil ich das Fahrrad nach Hause schieben und auch noch die gesamte Strecke vorne anheben musste, um überhaupt vorwärts zu kommen. Total nervig.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck

Ich habe an meinem Bonanzarad zwei Spiegel angebracht, so fürs gute Fahr-Feeling. Aber das Teil sieht auch ansonsten einfach richtig gut aus: Die Felgen sind zum Beispiel ein echter Hingucker mit richtig vielen Speichen. Und der Lenker, an dessen Ende die Spiegel sind, ist richtig gebogen. Aber so richtig ausgefallen finde ich das eigentlich gar nicht.

Der schlimmste Unfall

Toi, toi, toi, ich bin noch nie so richtig mit dem Fahrrad hingeknallt. Ich bin mal gegen ein Auto gefahren, aber das ist schon eine Weile her. Da habe ich als junger Typ in Grambke die Ampel übersehen, ein Autofahrer musste beim Abbiegen ordentlich in die Eisen steigen und ich bin ihm hinten ein bisschen drauf gefahren. Aber das war alles halb so wild.

Bonanzaradfahrer sind …

... immer gechillt. Man sitzt auf diesem Modell einfach total gelassen, fast wie auf einem Motorrad. Das ist richtig entspannt.

Ich fahre gern Fahrrad, weil …

… ich kein Auto habe.

Fahrradfahren in Bremen ist …

… richtig angenehm. Wir haben hier viele gute Strecken, die Wege sind ordentlich ausgezeichnet, das ist schon echt super. Es könnte etwas weniger Ampeln geben, aber ansonsten fahre ich hier richtig gerne.

Die Fragen stellte Lisa-Maria Röhling.

Info

Zur Person

Nic Mash

alias Nicolai kommt aus Grambke im Bremer Norden. Er ist nebenberuflich Rapper und Teil von D.U.M-Enterprises, einem jungen Label für aufstrebende Künstler, das er und seine Kollegen, wie er sie nennt, selbst gegründet haben. Die Rap-Crew hat den „Fahrradtrack“ aufgenommen, eine Hommage ans Radfahren in Bremen. Das entsprechende Video dazu belegte bei der großen Musikvideoshow für Bremen und Niedersachsen den zweiten Platz.

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