Deutsche Bahn Diese Regeln gelten in den Sturm-Tagen für Bahn-Tickets

Die Orkantiefs Ylenia und Zeynep sorgen in Deutschland für Zugausfälle und Verspätungen. Wie Ihre Rechte als Fahrgast der Deutschen Bahn aussehen und wann Sie Anspruch auf Erstattung haben.
19.02.2022, 08:37
Lesedauer: 3 Min
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Von soa

Zugausfälle und Verspätungen sind bei der Deutschen Bahn häufig, besonders in den Tagen der Sturmtiefs "Ylenia" und "Zeynep". Aber nicht immer ist klar, welche Rechte Fahrgäste haben und wie sie diese geltend machen können. Unser Überblick klärt, ab wann Sie sich Kosten für Ticket, Taxi und Hotel zurückerstatten lassen können. Und wann man von der Fahrt zurücktreten kann.

Wann habe ich bei Zugausfällen und Zugverspätungen der Deutschen Bahn einen Anspruch auf Entschädigung?

Ab einer Stunde (60 Minuten) Verspätung zahlt die Deutsche Bahn ein Viertel des Fahrpreises für eine einfache Fahrt zurück. Ab zwei Stunden (120 Minuten) Verspätung ist es die Hälfte des Fahrpreises. Bei Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt berechnet die Deutsche Bahn die Entschädigungssumme auf Grundlage des halben bezahlten Fahrpreises.

Welche Sonderregelungen gelten während der Sturmtiefs Ylenia und Zeynep?

Wer seine Fahrt verschieben kann, kann sein Ticket flexibel bis zum 27. Februar nutzen. Die Zugbindung gilt in diesem Fall nicht mehr, Sie können einfach in einen Zug einsteigen. Für den Fall, dass der Zug eigentlich fährt, der Kunde oder die Kundin sich wegen dem Sturm aber gegen die Reise entscheidet, kann das Ticket kostenlos storniert werden. Alle Infos zu den Kulanzregelungen in den stürmischen Tagen finden Sie hier.

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Wann kann meine Fahrt abbrechen oder nicht antreten?

Wenn sich abzeichnet, dass der Fahrgast erst mit mindestens einer Stunde Verspätung am Zielbahnhof ankommt, kann er oder sie von der Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen. Wer nur einen Teil der Strecke gefahren ist, dem wird der Preis für die nicht genutzte Strecke bezahlt. Wer die Fahrt abgebrochen hat und zum Ausgangsort zurückgekehrt ist, bekommt die volle Fahrt erstattet.

Gilt die Zugbindung noch bei Verspätungen oder kann ich einen anderen Zug nehmen?

Ab einer erwartbaren Verspätung von 20 Minuten darf der Fahrgast den Zug wechseln, etwa indem er auf eine andere Strecke oder Verbindung ausweicht, wenn diese ihn früher als der verspätete Ursprungszug ans Ziel bringt.

Zu beachten ist allerdings, dass zusätzliche Fahrkarten gekauft werden müssen, wenn Fahrgäste auf höherwertige Verbindungen umsteigen - also etwa vom Nahverkehr (RE, RB, IRE und S-Bahn) auf den Fernverkehr (IC/EC, ICE). Die Kosten für das Upgrade können später zurückgefordert werden. Die Regelung gilt laut Deutscher Bahn nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten, etwa Länder-Tickets.

Kann ich mir das Geld für die Sitzplatzreservierung erstatten lassen?

Ja, wenn reservierte Sitzplätze nicht zugeteilt oder wegen einer Verspätung nicht in Anspruch genommen werden konnten, kann man sich die Gebühr erstatten lassen. Das klappt über eine Verkaufsstelle der Deutschen Bahn oder formlos über das Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt (M).

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Wie komme ich an meine Entschädigung, wohin muss ich den Antrag schicken?

Seit letztem Jahr können Sie Ihren Entschädigungsantrag auch online auf bahn.de oder in der App der Deutschen Bahn stellen. Voraussetzung ist, dass die Fahrkarte für die entsprechende Fahrt im Kundenkonto hinterlegt ist oder über das Kundenkonto gekauft wurde.

Alternativ erhalten Sie das Formular für den Antrag auch beim Servicepersonal im Zug, im Reisezentrum der Deutschen Bahn und zum Download auf der Homepage. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular muss dann mitsamt der Belege zur Fahrt entweder in einem Reisezentrum der Deutschen Bahn abgegeben oder an folgende Adresse geschickt werden:

DB Dialog
Servicecenter Fahrgastrechte
60647 Frankfurt am Main

Nach Angaben des Unternehmens wird der Antrag dann innerhalb eines Monats bearbeitet.

Wann habe ich Anspruch auf eine Kostenübernahme und Erstattung von Taxikosten und Hotelübernachtungen bei Zugausfällen, Verspätungen und verpassten Anschlusszügen?

Der Anspruch besteht dann, wenn wegen eines Zugausfalls oder einer Verspätung die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht möglich oder zumutbar ist, die Deutsche Bahn selbst keine Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt und der Fahrgast mit der Deutschen Bahn nicht in Kontakt treten kann (z.B. per Fahrkartenverkaufs-/Informationsstelle oder Mitarbeitern im Zug).

Die Kosten für die Benutzung eines anderen Verkehrsmittels werden bis zu einer Summe von maximal 80 Euro ersetzt, wenn die Deutsche Bahn dem Fahrgast kein anderes Verkehrsmittel angeboten hat. Bei einer Bahncard 100 werden bei einer Weiterreise per Taxi/Auto maximal ein Viertel des bezahlten Bahncard-100-Preises erstattet. Bietet die Deutsche Bahn dem Fahrgast eine alternative Reise- oder Übernachtungsmöglichkeit an, hat er oder sie keinen Anspruch mehr auf eine Kostenerstattung bei anderen Optionen.

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