Roland Ruiken und Werner Horn haben gemeinsam Geschäft eröffnet / Idee kam beim Zahnarzt 3D-Druck ermöglicht Porträts und mehr

Büsten, personalisierte Eierbecher und bald sogar Figuren aus Zucker: Der Technik der neuen 3D-Drucker sind fast keine Grenzen gesetzt. Roland Ruiken und Werner Horn wollen nach der Eröffnung des ihrer Aussage nach ersten 3D-Druckgeschäftes in Bremen weiter an der Innovation ihrer Produkte arbeiten.
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Von Katharina Delling

Büsten, personalisierte Eierbecher und bald sogar Figuren aus Zucker: Der Technik der neuen 3D-Drucker sind fast keine Grenzen gesetzt. Roland Ruiken und Werner Horn wollen nach der Eröffnung des ihrer Aussage nach ersten 3D-Druckgeschäftes in Bremen weiter an der Innovation ihrer Produkte arbeiten.

Die Geschäftsidee kam Unternehmensberater Roland Ruiken beim Zahnarzt. „Der kam mit dieser Gummimasse, um einen Abdruck von meinem Gebiss zu machen, und ich hab ihn nur gefragt, wo sein 3D-Scanner und Drucker sind. Als ich die Worte in den Mund nahm, hatte ich auch schon die Vorstellung, wie sowas aussehen müsste“, erzählt er. Nach kurzer Recherche rief er am nächsten Tag seinen Freund, Elektroinstallateur Werner Horn, an und berichtete ihm von seiner Idee. Vergangenen Sonnabend, ungefähr ein halbes Jahr nach Ronald Ruikens Zahnarzttermin, eröffneten die beiden Freunde das 3D-Drucker-Geschäft in Bremen.

Werner Horn, der auch in Sebaldsbrück wohnt, ist für das Geschäft zuständig, da Roland Ruiken derzeit in Würzburg lebt. „Es war quasi eine glückliche unglückliche Situation, da ich durch einen Arbeitsunfall meinen Beruf nicht mehr so ausführen konnte und daher das letzte halbe Jahr Zeit hatte, mich mit der Software, Reparaturen und allem Drum und Dran auseinanderzusetzen“, sagt Werner Horn.

In ihrem Geschäft in der Forbacher Straße 1 in Sebaldsbrück nehmen der Unternehmensberater und der Elektroinstallateur nun 3D-Druckaufträge entgegen, wie beispielsweise Landestationen für Modellhubschrauber oder personalisierte Büsten – auch komplette 3D-Druckerbausätze haben sie im Sortiment. „Man kann im Grunde bei uns alles drucken lassen, was man will. Wenn man zum Beispiel einen neuen Griff für seinen Kühlschrank braucht, können wir auch den designen und einfach ausdrucken“, erklärt Roland Ruiken. „Ähnlich wie bei den Büsten könnte man auch Personen einscannen und daraus beispielsweise Eierbecher machen, sodass jeder in der Familie seinen eigenen, individuellen Eierbecher hat.“

Je nach Gegenstand, der gedruckt werden soll, können Farbe und auch Material frei gewählt werden. Es gibt die Holzoptik – das Material fühlt sich an wie Holz, sieht auch so aus und riecht sogar so, würde jedoch wie Plastik brennen –, Stein, Nylon, verschiedene Kunststoffe und sogar Beton.

Ein 3D-Drucker braucht für eine Büste von zehn Zentimetern Höhe ungefähr viereinhalb Stunden, der Scan dafür dauert zwanzig Sekunden. Für den Scan wird das Objekt, das eine Mindestgröße von 30 Zentimetern haben muss, vor einer speziellen Kamera einmal um 360 Grad gedreht. Dieses Bild wird dann über eine Software auf dem Computer an den Drucker gesendet, der dann mit dem Druck beginnt. „Das funktioniert wie bei einem Tintenstrahldrucker, nur, dass wir keine Tinte benutzen sondern Kunststoff. Der geht in den Druckerkopf rein, schmilzt und kommt vorne flüssig wieder raus“, erklärt Roland Ruiken. „Der Druck erfolgt dann Schicht für Schicht und mit bis zu drei verschiedenen Farben. Die Schichten können verschieden dünn werden – bis zu einem Zehntel-Millimeter.“

Die 3D-Drucker, die Ruiken und Horn in ihrem Geschäft verkaufen, werden in der Medizin inzwischen auch zum Drucken von Organen verwendet, die NASA will eine Mondstation auf dem Mond drucken, und in ein paar Jahren könnte man sich sogar essbare Pizzen ausdrucken, erklären die beiden. Der Druck von Lebensmitteln sei für die Freunde der nächste innovative Schritt. „Zucker lässt sich als Material gut verwenden“, weiß Ruiken. Durch seine Kontakte nach Österreich können er und Werner Horn die Druckaufträge und sogar ganze 3D-Drucker günstig anbieten, sagen sie. „Man kauft bei uns allerdings nur den Bausatz, zusammenbauen muss man den Drucker dann selbst“, sagt Horn. „Wenn man ein bisschen technisch versiert ist, geht das jedoch ganz einfach – vielleicht nicht ganz so einfach wie ein Ikea-Regal, aber es ist definitiv kein Hexenwerk.“

Auf die 3D-Drucker gibt es momentan noch keine Pauschalabgabe, wie es sie für Kopiergeräte gibt. „Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das in der Zukunft noch passieren wird, wenn der Markt für 3D-Drucker und Scanner erst so richtig boomt“, sagt Roland Ruiken. Die beiden sind sicher, dass in naher Zukunft jeder Haushalt neben einem normalen auch einen 3D-Drucker besitzen wird.

Kontakt: 3D-Portrait, Forbacher Straße 1, Infos auf www.ruiken-horn.de.

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