Heute großes Treffen der Kommunikationsbranche

Bremer Start-ups werden gefeiert

Zum zwölften Mal treffen sich heute Marketing- und Medienexperten, Künstler und andere Kreative aus der Metropolregion Bremen zur Neujahrsmatinee „wel.come“. Gut 300 Gäste werden heute Vormittag im Schütting erwartet, und das Thema des Tages heißt „Start-ups“. Der branchenübergreifende Treff entwickelt sich sehr positiv, meint Initiator Frank Fromme: „Es kommen immer mehr Entscheider und viele Jungunternehmer mit neuen Geschäftsideen fürs Internet.“
24.01.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Corinna Tonner
Bremer Start-ups werden gefeiert

Auch Carsten Meyer-Heder, Chef der Firma Neusta, fördert Firmengründer.

Christina Kuhaupt

Zum zwölften Mal treffen sich heute Marketing- und Medienexperten, Künstler und andere Kreative aus der Metropolregion Bremen zur Neujahrsmatinee „wel.come“. Gut 300 Gäste werden heute Vormittag im Schütting erwartet, und das Thema des Tages heißt „Start-ups“. Der branchenübergreifende Treff entwickelt sich sehr positiv, meint Initiator Frank Fromme: „Es kommen immer mehr Entscheider und viele Jungunternehmer mit neuen Geschäftsideen fürs Internet.“

Netzwerken, aber nicht im Internet, sondern ganz traditionell, offline und analog im Schütting bei Brezeln, Bockwurst und einem Glas Sekt – das war und ist die Idee der Neujahrs-Matinee „wel.come“ seit zwölf Jahren. „Eigentlich wollen wir uns einfach nur treffen, uns austauschen und uns gegenseitig Glück fürs neue Jahr wünschen“, sagt Marketing-Experte Frank Fromme, der die Veranstaltung 2003 ins Leben gerufen hat.

Über die guten Wünsche und Vorsätze hinaus gibt es auf der „wel.come“ aber immer auch einen Themen-Schwerpunkt. Und in diesem Jahr stehen die Start-ups und ihre Geschäftsideen im Mittelpunkt. Ein knappes Dutzend Jungunternehmer aus Bremen und der Metropolregion wurden eingeladen, die sich vor versammeltem Publikum vorstellen können. Ob es sich bei allen geladenen Gästen um Start-ups handelt, ist schwer zu beurteilen, denn nicht alle gehören zur IT-Branche im engeren Sinne. Viele bieten ganz normale Dienstleistungen und Konsumgüter an, zum Beispiel Getränke, Baumwolltaschen oder Kicker-Tische.

Die Definitionen darüber, was ein Start-up ausmacht, sind sehr unterschiedlich, die Grenzen fließend. Der IT-Branchenverband Bitkom zählt dazu Unternehmen, die jünger als fünf Jahre sind. Der Bundesverband Deutsche Start-ups (DSM), Interessenvertretung der Gründerszene, fasst den Zeitrahmen weiter und über die IT-Branche hinaus. Laut DSM gelten als Start-ups solche Unternehmen, die jünger als zehn Jahre sind, die mit innovativer Technologie oder einem innovativen Geschäftsmodell arbeiten und ein signifikantes Wachstum anstreben. Je nach Definition gibt es bundesweit zwischen 5000 und 9000 Start-ups Bei den heute im Schütting geladenen Gästen aus der Bremer Start-up-Szene stehen Vernetzung und digitaler Vertrieb im Mittelpunkt. Auf der Internet-Plattform Cookasa können sich Freizeitköche zum gemeinsamen Köcheln und Essen in den eigenen vier Wänden verabreden. Jeder bringt ein paar Lebensmittel oder Getränke mit. Die Teilnehmer kennen sich vorher nicht. 2000 Überraschungs-Dinner wurden so bereits organisiert.

Die Firma „Freigeist“ bietet den gleichnamigen Anti-Kater-Drink an, den man online bestellen und mittlerweile auch in einigen Edeka-Filialen kaufen kann. Die Firma „Flixen“ verleiht und verkauft Kicker-Tische und will damit für gute Stimmung auf Jubiläen, Firmen-Events, Weihnachtsfeiern oder Sommerfesten sorgen. Die Internet-Plattform „Künstlerstadt“ wurde 2014 von dem 27-jährigen Bremer Fotografen Ismail Gök gegründet. Über die Plattform soll es möglich sein, verschiedene Künstler, die sich hier registrieren – Musiker, Fotografen, Clowns, Feuerspucker – in einer bestimmten Stadt zu finden. Die Firma „Noah Bag“ bietet Baumwolltaschen an und engagiert sich für die Umwelt, die Firma „Trusted Blogs“ will im Sommer 2015 ein Online-Magazin für Blogger auf den digitalen Markt bringen und Social-Media-Dienstleistungen für den Mittelstand anbieten.

Insgesamt ist die Start-up-Szene in Bremen sehr übersichtlich. Der Bundesverband DSM zählt lediglich zwei Prozent aller Neugründungen an der Weser. Die meisten Jungunternehmen gibt es in der unangefochtenen Hauptstadt der Gründerszene, Berlin, mit 39 Prozent. Danach folgen Baden-Württemberg (zwölf Prozent), München (elf Prozent) und Hamburg (sieben Prozent). Die Gründer sind im Schnitt 34 Jahre alt, 81 Prozent haben einen Hochschulabschluss in der Tasche. Nur elf Prozent sind Frauen. Laut IT-Branchenverband Bitkom wurde in die Start-ups aus der IT- und Internetbranche in 2013 insgesamt 254,8 Millionen Euro Venture Capital investiert und damit sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte des ausgezahlten Wagniskapitals floss nach Berlin.

Die Rede zum Thema das Tages heute im Schütting hält Carsten Meyer-Heder, Chef der Firma Neusta, mit dem Titel „Start-up – aber richtig“. Das IT-Unternehmen mit 600 Mitarbeitern und der Firmen-Tochter Neusta Communications bietet ein Start-up-Programm für potenzielle Firmengründer an, eine Art Stipendium für ein Jahr. Organisiert wird die Neujahrs-Matinee von der Handelskammer, dem Marketing-Club Bremen, dem Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen, der Akademie für Kommunikation, Marketing und Medien und den Vereinen Bremen Digitalmedia und Klub Dialog, einer Vereinigung von Künstlern und anderen Kreativen.

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