Extra-Markt

Gebrauchtes ins beste Licht gerückt

Bremen. „Magic Cleaning“ nennt sich ein Trend, der seit Kurzem große Kreise in der Bevölkerung zieht.
19.02.2019, 00:00
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Von Anke Velten
Gebrauchtes ins beste Licht gerückt

Was nach dem Aufräumen nicht mehr gebraucht wird, findet im Extra-Markt möglicherweise neue Besitzer.

Christin Klose, dpa-tmn

Bremen. „Magic Cleaning“ nennt sich ein Trend, der seit Kurzem große Kreise in der Bevölkerung zieht. Die Symptome sind manisches Ausmisten und systematisches Einsortieren in Kategorien. Ausgelöst hat dieses spezielle Fieber, das sich Konmari-Methode nennt, die Japanerin Marie Kondo. Ihre Bücher über die Kunst, Ordnung in sein Leben zu bringen sind Bestseller und zurzeit lassen sich zahlreiche Menschen vom Aufräumfieber anstecken. Mit ihrem Mantra, dass die meisten Menschen zahlreiche Dinge anhäufen, die sie nicht brauchen, hat die japanische Aufräumfee offensichtlich einen Nerv getroffen. Ihr Konzept hat zum Ziel, in nur kurzer Zeit perfekt aufzuräumen und dabei solche Dinge zu behalten, die einem Freude bereiten.

Viele lang aufbewahrte Gegenstände können nach dem Aufräumen möglicherweise den Besitzer wechseln. Alle, die bereits aufgeräumt haben oder einen Frühjahrsputz planen, sind mit dem Extra-Markt gut beraten. Hier lässt sich Ballast verwerten, der zum Wegwerfen viel zu schade wäre.

Um das Interesse für die Ware zu wecken, müssen Verkäufer das Wichtigste in wenige, dafür umso prägnantere Zeilen packen. Sinnvoll ist, bereits in der Fettung das Angebot aussagekräftig vorzustellen: Der Jugendstilring, der Landhaustisch oder das Massivholzdoppelbett signalisieren Interessenten sofort, ob es sich lohnt, weiterzulesen. Bei Kleidung oder Technik dienen Herstellernamen als Hingucker. In den folgenden Zeilen folgt eine präzise Produktbeschreibung: Je nach Warenart gehören dazu Angaben zu Größe, Maße, Alter, Herkunft, Farbe oder Form.

Eine wichtige Voraussetzung für eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung ist Ehrlichkeit. Hat der antike Spiegel eine kleine Macke oder das Rennrad deutliche Gebrauchsspuren, sollten diese Makel unbedingt in der Anzeige stehen, um den Interessenten spätere Enttäuschungen zu ersparen. Wer Begriffe wie neuwertig oder makellos verwendet, sollte dafür auch den Beweis liefern können.

Wer die Möglichkeit hat, das passende Foto hochzuladen, sollte das auf jeden Fall tun.
Darauf sollte der zu verkaufende Gegenstand allein vor einem neutralen Hintergrund zu
sehen sein, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Ein im Tageslicht aufgenommenes Verkaufsobjekt vermittelt den besten Eindruck von seinem aktuellen Zustand.

Die Preisgestaltung ist bei Secondhand-
ware nicht so einfach. „Value-based pricing“ nennen Fachleute die Kunst, den Dingen einen wertorientierten Preis zuzumessen. Dieser kann sich im Lauf der Zeit ändern. Altes muss nicht automatisch billig bedeuten, bestätigen Antiquitätenhändler. Attestieren können sie aber auch, dass manches, das vor 20 Jahren zu enormen Preisen gehandelt wurde, im Wert deutlich gefallen ist. Vernünftig ist es, sich im Vorfeld über das Preisniveau zu informieren. Zudem sollten sich Verkäufer fragen, zu welchem Preis sie sich schmerzfrei von der Ware trennen mögen – oder auch nicht.

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