Computer Gründerväter wachen über SAP

Walldorf. Jahrzehntelang hatten bei SAP die Gründerväter das Sagen. Sie bestimmten die Strategie des Unternehmens. Mittlerweile haben sie sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen - zuletzt Hasso Plattner im Jahr 2003.
08.02.2010, 16:10
Lesedauer: 1 Min
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Walldorf. Jahrzehntelang hatten bei SAP die Gründerväter das Sagen. Sie bestimmten die Strategie des Unternehmens. Mittlerweile haben sie sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen - zuletzt Hasso Plattner im Jahr 2003.

Dennoch hat der eine oder andere nach wie vor ein wachsames Auge auf Europas größten Softwarehersteller - nicht nur im Aufsichtsrat. So hatte der SAP-Mitbegründer und langjährige Vorstands- sowie Aufsichtsratschef Dietmar Hopp das Spar- und Stellenstreichprogramm als Reaktion auf die Krise kritisiert. Es habe zu schnell für eine negative Stimmung im Konzern gesorgt.

Ein Grund für den schnellen Abgang von SAP-Chef Léo Apotheker soll auch nicht zuletzt das angespannte Verhältnis zu Aufsichtsratschef Hasso Plattner gewesen sein. Dieser wirft dem 56-Jährigen indirekt vor, die Kunden hätten sich von SAP entfernt.

Apotheker war nach dem Physiker Henning Kagermann erst der zweite Vorstandssprecher, der nicht dem Fünfer-Gespann der Gründer angehörte. Kagermann war 1998 nach dem Ausscheiden von Hopp und Klaus Tschira an der Seite von Plattner Co-Vorstandschef geworden. Von 2003 bis 2008 lenkte er schließlich alleine die Geschicke des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware.

Mit Plattner verlor SAP nicht nur den letzten Gründervater im Vorstand, sondern auch eine charismatische Führungsfigur. Sein Rückzug hatte sich länger angedeutet. Plattner gab auch die Verantwortung für die Technologieentwicklung an das junge Vorstandsmitglied Shai Agassi ab.

Agassi galt bei SAP lange als «Kronprinz» und sollte Kagermann an der Unternehmensspitze beerben. Der damals 38-Jährige warf 2007 aber überstürzt das Handtuch, als Plattner Kagermann bat, noch länger auf seinem Platz zu bleiben. Im April 2008 rückte schließlich Apotheker zum Co-Chef auf, seit Mai 2009 stand er alleine an der Spitze.

SAP war 1972 von Plattner, Hopp, Tschira und zwei weiteren Ex- Mitarbeitern des Computerkonzerns IBM gegründet worden. Am Ende des ersten Geschäftsjahres hatte das Unternehmen neun Mitarbeiter, der Umsatz lag bei 620 000 Mark. Mittlerweile zählt die Softwareschmiede knapp 48 000 Beschäftigte und macht einen Umsatz von 10,68 Milliarden Euro. (dpa)

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