Extra-Markt

Hinterlistige Maschen

Als Käufer hat man die Chance auf ein Schnäppchen. Verkäufer können einen nicht länger benötigten Dachbodenschatz zu Geld machen.
21.03.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hendrik Jürgens
Hinterlistige Maschen

Bei Abholung der Ware zahlen Käufer oft bar. Vor allem bei einem Verkauf über das Internet empfehlen sich Zahlungsmethoden wie PayPal.

Andrea Warnecke, picture alliance / dpa-tmn

Als Käufer hat man die Chance auf ein Schnäppchen. Verkäufer können einen nicht länger benötigten Dachbodenschatz zu Geld machen. Kleinanzeigenbörsen vermitteln ein Flohmarktgefühl und ermöglichen Privatleuten den Austausch von Waren. Der ­Extra-Markt ist eine dieser Börsen. Er erscheint dienstags in der Tageszeitung und rund um die Uhr im Internet unter ­­markt.weser-kurier.de. Mit hinterlistigen Machenschaften rechnet dort kaum jemand. Doch wie in vielen Bereichen des Lebens schleichen sich auch hier ab und an schwarze Schafe ein.

Die meisten Käufer prüfen bei der Abholung sorgfältig die Beschaffenheit des Objekts ihrer Begierde. Aber auch Inserenten sollten stets wachsam sein. So gibt es eine Reihe von Anzeichen, die auf einen Betrugsversuch hindeuten. Zunächst gilt: Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, ist es mit Vorsicht zu genießen. „Erklärt sich ein Käufer von sich aus dazu bereit, mehr zu zahlen als tatsächlich verlangt wird, kann man fast schon ­sicher von betrügerischen Absichten ausgehen“, sagt ­Annabel ­Oelmann, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale ­Bremen.

Eine verbreitete Masche besteht darin, dass Betrüger um den Versand der Ware bitten und im Zuge dessen eine gefälschte Zahlungsbestätigung im Namen eines tatsächlich existierenden Kreditinstituts an den Verkäufer schicken. Ein Blick auf das Konto verrät jedoch, dass der vermeintliche Käufer keine Überweisung getätigt hat. Eine weitere Methode funktioniert folgendermaßen: Die Betrüger erkundigen sich nach der Adresse des Anbieters und schlagen vor, eine Bezahlung mittels Scheck, den sie per Post aufgeben wollen, vorzunehmen. Die Ware hingegen soll ein Dritter abholen. Die wohl wichtigste Regel für Inserenten lautet in derartigen Fällen: Der Artikel ist grundsätzlich erst nach Erhalt des vereinbarten Kaufpreises aus den Händen zu geben.

„Am besten ist es, man einigt sich von vornherein mit dem Interessenten auf eine sichere Zahlungsmethode wie zum Beispiel PayPal. Hier lassen sich im Vorfeld die Verkäuferschutzbedingungen einsehen. Auf keinen Fall sollten Schecks akzeptiert werden, da diese gefälscht sein können. Außerdem ist von Zahlungsvereinbarungen via Western Union, PaySafe oder MoneyGram abzuraten“, sagt Oelmann. Eine zusätzliche Absicherung bestehe darin, die Adressdaten des Käufers zu erfragen und abzuspeichern. Außerdem sollte der gesamte E-Mail-Verkehr archiviert werden. Zweifelt man an der Seriosität des Käufers, besteht die Möglichkeit, bei einem Treffen beispielsweise einen Nachbarn als Zeugen hinzuzuziehen. Offiziell kann dieser ja rein zufällig zu Besuch sein.

„Verkäufer, die feststellen, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind, sollten alle Unterlagen, die sie vom ‚Käufer‘ haben, ausdrucken und den Fall umgehend bei der Polizei zur Anzeige bringen“, rät Oelmann. Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist – auch wenn es sich bei den meisten Extra-Markt-Käufern um ehrliche Menschen handelt – Wachsamkeit das A und O. Spätestens, wenn unnötig komplizierte Zahlungsmethoden ins Spiel kommen, sollten bei Anbietern umgehend die Alarmglocken schrillen.

Das Thema in der kommenden Woche: Ostermarkt.

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