Mülleimer als dreiste Sprücheklopfer

Sie sind feuerrot und haben immer einen Spruch auf Lager: die Hamburger Mülleimer. Seit mittlerweile zwölf Jahren sind sie im Stadtgebiet nicht mehr zu übersehen.
24.06.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mona Adams

Sie sind feuerrot und haben immer einen Spruch auf Lager: die Hamburger Mülleimer. Seit mittlerweile zwölf Jahren sind sie im Stadtgebiet nicht mehr zu übersehen. Ihre spaßigen Sprechblasen sind mittlerweile schon Kult: „Mache schmutzige Geschäfte“ oder „Bin für jeden Dreck zu haben“ steht in großen Sprechblasen darauf geschrieben. Als echter Hanseat kommentiert der Papierkorb trocken und ironisch den Müllabwurf. Neue Inspirationsquelle: die Elbphilharmonie. Rundherum haben die Mülleimer von pfiffigen Köpfen fünf neue Sprüche in Elphi-Silhouette bekommen. Mein Liebling: „Danke, dass Sie für diese neue Attraktion nach Hamburg gekommen sind. Bitte beachten Sie auch die Elbphilharmonie.“

Ach sind sie nicht toll, unsere lieben Freunde des öffentlichen Nahverkehrs. „Hiermit weisen wir Sie darauf hin, dass Ihnen unser gesamtes Verkehrsnetz während des G20-Gipfels kostenfrei zur Verfügung steht“ prangt auf den Plakaten, die an vielen Haltestellen im ganzen Stadtgebiet verteilt wurden. Die Begründung: Trotz Verkehrschaos rund um das politische Spitzentreffen sollten sich alle Bürger unkompliziert in der Stadt bewegen können. Und weiter: „Desweiteren dient die Woche als Versuchszeit für das Jahr 2018, in welchem die Stadt Hamburg die Gebühren für den ÖPNV abschaffen wird.“ Ja, es ist zu schön, um wahr zu sein. Die Plakate sind gefälscht, und das richtig gut. Nur eins hatte doch zu viel Humor. Die Zeile an der oberen Ecke „HVV– mehr als ein Ziel“ wurde in „Komm umsonst nach Hause“ geändert.

Apropos HVV. Kein Bus kommt dann, wann er soll. Das ist dank der wirklich guten HVV-Taktung im Hamburger Ballungsraum kein großes Problem. Nach wenigen Minuten ist schon der nächste Bus da. Und trotzdem: Entweder sprinten, hetzen, rennen wir zum Bus, nur um dort festzustellen, dass eben kein Bus da ist. Ob wir ihn verpasst haben, oder ob er verspätet kommt, das weiß nur der Busfahrer. Oder aber wir schlendern gemütlich zur Haltestelle, um dann in der Ferne den Bus zu erkennen. Was passiert? Wir sprinten, hetzen, rennen, um dort gerade noch so in den Bus reinzuspringen. Doch jetzt wird alles besser. Eine interaktive Stadtkarte zeigt die aktuellen Positionsdaten aller Bahnen, Busse und sogar Fähren im Hamburger Verkehrsverbund. Jedes Fahrzeug ist dabei ein kleiner Leuchtpunkt, der sich in Echtzeit langsam über die Karte bewegt. Mit Klick auf das Symbol gibt’s die nächste Haltestelle, aktuelle Verspätungen und den Streckenverlauf. Der Service ist kein offizielles Angebot des HVV, sondern ein Privatprojekt eines Hamburger Programmierers. Basis der Daten ist eine ähnliche Karte vom HVV. Diese hatte allerdings ihre Macken. Sie ist nicht für die mobile Nutzung auf dem Smartphone optimiert. Wenn so eine interaktive Karte nur auf dem Rechner zu Hause abrufbar ist, macht es nun wirklich keinen Sinn zu wissen, wann welcher Bus gerade um die Ecke gebogen ist.

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