Telekommunikation Navteq sieht Wachstumstreiber in Handywerbung

Chicago. Die Nokia-Tochter Navteq sieht Werbung auf dem Handy als wichtigen Wachstumstreiber. «Handywerbung wird in den nächsten fünf Jahren zu einem wichtigen Bestandteil unseres Geschäfts werden», sagte Navteq-Manager Christopher Rothey am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.
23.06.2010, 11:50
Lesedauer: 2 Min
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Chicago. Die Nokia-Tochter Navteq sieht Werbung auf dem Handy als wichtigen Wachstumstreiber. «Handywerbung wird in den nächsten fünf Jahren zu einem wichtigen Bestandteil unseres Geschäfts werden», sagte Navteq-Manager Christopher Rothey am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Navteq verdient sein Geld üblicherweise mit Kartenmaterial für Navigationsgeräte und Handys. Das Werbegeschäft soll zusätzliche Umsätze bringen. Wie groß dessen Umsatzanteil inzwischen ist, wollte Rothey, der bei Navteq für Marktentwicklung und Werbung zuständig ist, nicht beziffern. Die Nokia-Tochter machte im ersten Quartal einen Nettoumsatz von 189 Millionen Euro.

Im Mobilfunkgeschäft verkauft Navteq sein Kartenmaterial an Entwickler von Apps und andere Anbieter von Handy-Inhalten und bekommt dafür Platz für Werbung eingeräumt. Dieser wird wiederum an Firmen weiterverkauft. Navteq erhält einen Teil der Umsätze. Zu den Kunden gehören unter anderem McDonald's und die Hotelkette Best Western.

Bislang arbeitet Navteq nach den Worten von Rothey erst mit einer Handvoll Werbepartnern und Anbietern von Online-Inhalten zusammen. Es gebe aber schon eine ganze Reihe weiterer Interessenten. Seit 15 Monaten laufen die Testversionen, und Rothey ist von dem Erfolg überzeugt, auch wenn der Markt noch in den Kinderschuhen stecke. «Die Zahlen sind noch klein, wir wachsen aber sehr schnell.» Navteq sei gut aufgestellt, um einen großen Marktanteil zu erobern.

«Location based services» nennt sich das Werbekonzept, das Smartphone-Nutzern auf ihren Handys direkt Werbung für den Ort zuspielt, an dem sie sich befinden. Der Anteil der Werbung, die auf dem Handy tatsächlich angeklickt werde, sei im Schnitt sieben Mal höher als bei einfacher Onlinewerbung, sagte Rothey.

Dies zeigten Daten des Marktforschers Forrester Research. Eine Untersuchung des jüngsten prominenten Werbekunden, der Hotelkette Best Western, habe ergeben, dass 15 Prozent derjenigen, die auf die Werbung geklickt hätten, hinterher auch die Ortsinformationen auf dem Stadtplan abgefragt hätten.

Die Branche versucht, aus der Kombination von Handy-Diensten und Navigation Kapital zu schlagen. Nokia versucht mit der Zugabe kostenloser Navigationssoftware seine Smartphone-Verkäufe anzukurbeln. Erst Ende Mai hatte Nokia zusätzlich eine Allianz mit Yahoo geknüpft, um im Kampf gegen Google und Apple zu bestehen. Nokia bietet weltweit exklusiv die Karten- und Navigationsdienste von Yahoo an. Im Gegenzug gibt Yahoo die Dienste Ovi Mail und Ovi Chat an seine Kunden weiter. (dpa)

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