Basketball-Videospiel

"NBA 2K20" im Test: Meisterwerk mit Makeln

Mehr Basketball geht nicht: Herausgeber 2K Sports ist mit „NBA 2K20“ ein spielerisches Meisterwerk gelungen. Und dennoch schimpft das Netz über die neue Simulation.
20.09.2019, 21:43
Lesedauer: 4 Min
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Von Marlo Mintel
"NBA 2K20" im Test: Meisterwerk mit Makeln

Publisher 2K Sports präsentierte "NBA 2K20" auf der diesjährigen Gamescom in Köln.

imago images / Future Image

Der Thron wackelt auch in diesem Jahr nicht. Seit Jahren gilt die „NBA 2K“-Serie als Maß der Dinge bei Basketball-Simulationen. EA Sports „NBA Live“, einst die Nummer eins, wird dies auch so schnell nicht ändern können. Zu stark sind Gameplay und Grafik beim Kontrahenten.

Dennoch steht „NBA 2K20“ massiv in der Kritik. Im Netz wird der 21. Teil der Reihe mit katastrophalen User-Bewertungen abgestraft. Etlichen Spielern sind die Mikrotransaktionen erneut ein Dorn im Auge. Schon bei den Vorgängern mussten sich die Entwickler den Vorwurf gefallen lassen, mit der Ingame-Währung "Virtual Currency" (VC) möglichst viel Profit zu machen. Diese VC können sich zahlungswillige Spieler auch gegen Echtgeld kaufen und sich somit einen Vorteil gegenüber anderen Gamern sichern. So zum Beispiel im Mein-Team-Modus, in dem man sich mit virtuellen Sammelkarten – ähnlich wie im Ultimate-Team-Modus bei "Fifa" – immer bessere Basketballspieler in seine Mannschaft holen kann. In diesem Jahr setzt NBA 2K aber noch einen drauf und bringt einen Hauch von Las Vegas in die Wohnzimmer. Die Entwickler haben unter anderem einarmige Banditen eingeführt, die über manche Ingame-Belohnungen entscheiden.

Erst College, dann NBA

Ebenso gebraucht wird die virtuelle Währung im Karrieremodus, in dem der Nutzer einen Spieler erstellen und eine Laufbahn starten kann. Ehe man als kommender LeBron James oder Giannis Antetokounmpo die amerikanische Profiliga unsicher macht, müssen die Fähigkeiten des eigenen Spielers durch zahlreiche Partien mühsam verbessert werden. Wer darauf keine Lust hat, kommt nur schwer daran vorbei, seinen Geldbeutel zu öffnen und weiteres Echtgeld gegen virtuelle Währung einzutauschen.

Im Karrieremodus samt Storyline beginnt der Spieler wie bei Madden NFL 20 am College. Im anschließenden Draft Combine gilt es, sich vor den Augen zahlreicher Trainer und Scouts für die Profiliga zu empfehlen und sein Talent bei Mini-Spielen wie Gewichtheben oder Hochsprung unter Beweis zu stellen. Das Ziel ist der NBA-Draft. Dort wählen die Teams Talente vorwiegend vom College aus und verpflichten diese für die neue Spielzeit. Im Verlauf der Story trifft der erstellte Spieler auf Hollywood-Stars wie Idris Elba oder Rosario Dawson. Insgesamt hinterlässt der Modus einen durchaus positiven Eindruck.

Viel eindeutiger sieht es beim Gameplay aus. Hier überragt das Spiel alle Jahre wieder. Pässe, Dribblings oder Dunkings fühlen sich permanent nachvollziehbar an. Anfänger können sich im interaktiven Tutorial die Grundkenntnisse vermitteln lassen. Kennern der Reihe wird die veränderte Sprint-Funktion auffallen. Deutlich schneller verliert der Spieler beim Sprinten an Ausdauer. Es kommt darauf an, Sprints gezielt anzuwenden, wenn sie wirklich erforderlich sind. Ansonsten geht dem virtuellen Spieler schneller die Puste aus als erwünscht. Die Neuerung steigert die Dramatik und bereichert den Spielablauf.

Toller Sound

Auch grafisch kommen Basketball-Enthusiasten voll auf ihre Kosten. Die Entwickler lassen wieder detailversessen Stadien und Spieler wie echt aussehen. Die Präsentation gleicht einer TV-Übertragung. Stephen Curry von den Golden State Warrios bewegt sich und wirft wie sein reales Gegenstück aus sämtlichen Lagen die Bälle spielerisch in den Korb.

In den Arenen punktet die Soundkulisse. Anders als bei anderen Sportspielen wie „eFootball PES 2020“ oder "MotoGP 19" machen die Zuschauer ordentlich Lärm. Auch die Kommentatoren glänzen.

Erstmals gehen in der „NBA 2K“-Serie die Spielerinnen der Women's National Basketball Association, kurz WNBA, auf Körbejagd. Die US-Frauenliga ist mit allen zwölf Teams dabei.

Fazit

Mit "NBA 2K20" holen sich Spieler die Profiliga nach Hause. Das Spiel brilliert dank einer bombastischen Präsentation und präzisen Steuerung. Zweifellos gehört es zu den besten Sportsimulationen derzeit. Stundenlanger Spielspaß ist garantiert. Dafür sorgen auch die Original-Lizenzen der WNBA. Für die Mikrotransaktionen müssen wir dem Entwickler allerdings getrost einen Korb geben. 2K scheint auf die Kritik vieler Gamer zu pfeifen, die Reaktionen im Netz sind nachvollziehbar. Es bleibt zu hoffen, dass im 22. Teil der Serie unter anderem das Casino-Flair aus dem Spiel verschwindet.

„NBA 2K20“ ist verfügbar für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch

Bewertung

Story: 5/7

Grafik: 7/7

Ton: 6/7

Steuerung: 7/7

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