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Netflix: Mit TV-Trumpf gegen deutsche Konkurrenz

Berlin. Der US-Videodienst Netflix will den deutschen TV-Markt aufmischen. Er wolle in fünf bis sieben Jahren Kunden in jedem dritten deutschen Haushalt haben, sagte Gründer und Chef Reed Hastings zum Deutschland-Start des Dienstes.
17.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andrej Sokolow
Netflix: Mit TV-Trumpf gegen deutsche Konkurrenz

Netflix hat „House of Cards“ produziert. Die Serie mit Kevin Spacey (l.) in der Rolle eines skrupellosen Politikers wurde oft ausgezeichnet.

MELINDA SUE GORDON, dpa

Der US-Videodienst Netflix will den deutschen TV-Markt aufmischen. Er wolle in fünf bis sieben Jahren Kunden in jedem dritten deutschen Haushalt haben, sagte Gründer und Chef Reed Hastings zum Deutschland-Start des Dienstes. Netflix bietet einen Videostreaming-Dienst an, bei dem Filme und Serien für eine monatliche Abo-Gebühr direkt aus dem Internet abgespielt werden.

In den USA ist Netflix der Platzhirsch in diesem Geschäft. In Deutschland trifft die kalifornische Firma auf etablierte Rivalen. Der Anbieter Maxdome aus dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 gilt als die Nummer eins mit rund 35 Prozent Marktanteil im vergangenen Jahr.

Netflix will unter anderem mit exklusiven Inhalten dagegenhalten: So gibt es erstmals in Deutschland die vom Unternehmen selbst produzierte Serie „Orange is the New Black“ über das Schicksal einer New Yorker Managerin in einem US-Frauengefängnis zu sehen. Außerdem zeigt Netflix hierzulande erstmals Serien wie „Fargo“. Entgegen früheren Spekulationen hat Netflix auch die ersten beiden Staffeln der Hitserie „House of Cards“ mit Kevin Spacey in der Rolle eines skrupellosen Politikers im Programm. „Wir haben uns bemüht, so viel wie möglich exklusive Inhalte für Deutschland zu bekommen“, sagte Hastings.

Ansonsten hat Netflix zum Start auch viele Serien und Filme im Programm, die es auch bei anderen Anbietern zu sehen gibt. Die Kinofilme sind zudem wie bei der Konkurrenz zumeist mehrere Jahre alt. Es sei eine Frage des Geldes, die Rechte für frischere Inhalte zu erwerben, sagte Hastings. Mit mehr Kunden könne Netflix auch mehr dafür bieten. Außerdem erweitere Netflix das Programm gezielt auf Basis der Daten-Auswertung. In einigen Jahren könnte Netflix auch eigene Serien in Deutschland drehen.

Netflix setzt auch auf eine gestaffelte Preisstruktur. Für 7,99 Euro im Monat kann der Dienst auf einem Gerät in Standard-Auflösung genutzt werden. Für 8,99 Euro bekommt man Zugriff auf zwei Geräte gleichzeitig sowie Inhalte in HD-Auflösung. In der teuersten Variante für 11,99 Euro kann der Dienst von vier Geräten abgerufen werden, und der Kunde bekommt auch Sendungen in der aktuell besten Bildqualität Ultra-HD. Dafür ist allerdings ein entsprechendes TV-Gerät nötig. Zum Start gibt es einen Probemonat gratis. Das Programm sieht man allerdings erst nach der Anmeldung.

Andere Anbieter in Deutschland hatten sich in den vergangenen Wochen mit Preissenkungen und dem Ausbau ihres Angebots auf den Netflix-Start vorbereitet. So senkte der Bezahlsender Sky den Preis seines Streaming-Dienstes Snap auf 3,99 Euro. Zudem verlängerte Sky den bestehenden Exklusivvertrag mit dem amerikanischen Pay-TV-Kanal HBO bis zum Ende des Jahrzehnts. Amazon bietet den Kunden seines Premium-Angebotes Prime ein Jahr Video-Streaming mit einer Auswahl von Filmen und Serien für 49 Euro.

Experten verweisen allerdings darauf, dass der Markt erst am Anfang stehe und für mehrere Anbieter Platz sei. Die Erlöse mit Kauf- und Verleihvideo lagen im vergangenen Jahr insgesamt bei etwa 1,7 Milliarden Euro.

Zugleich ist Deutschland mit vielen frei verfügbaren Sendern, die sich über Werbung finanzieren, grundsätzlich ein schwierigerer Markt für Bezahlfernsehen und Videodienste als die USA. Klassisches lineares TV sei wohl der größte Konkurrent für Netflix, räumte auch Hastings ein. Netflix war 1997 gestartet. Zunächst dominierte der DVD-Verleih, mit der Verbreitung schneller Internetverbindungen ging die Firma zum Streaming über. Zuletzt hatte Netflix circa 50 Millionen Kunden

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