Neue App bietet einen Überblick über 5000 Museen bundesweit / Bremer Einrichtungen reagieren noch verhalten

Noch nicht so richtig ins Netz gegangen

Bremen. Eine neue App soll Kulturinteressierten künftig helfen, schneller und einfacher Informationen über Museen zu erhalten. Museen aus der ganzen Welt präsentieren sich in dem für sie kostenfreien Angebot, entwickelt im nordrhein-westfälischen Xanten.
24.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von TORBEN OSTERMANN

Eine neue App soll Kulturinteressierten künftig helfen, schneller und einfacher Informationen über Museen zu erhalten. Museen aus der ganzen Welt präsentieren sich in dem für sie kostenfreien Angebot, entwickelt im nordrhein-westfälischen Xanten. Allein aus Deutschland sind bisher rund 5000 Museen zu finden. Die Bremer Museen reagieren bisher allerdings verhalten.

Die App soll Besucher über aktuelle Ausstellungen, Neuigkeiten, Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Anfahrt informieren. Ausgedacht hat sich das Projekt Uwe Strauch – der Diplom-Informatiker interessiert sich auch privat stark für das Thema Museum. Seit einiger Zeit betreibt er die Website museum.de und bringt in regelmäßigen Abständen Museums-Magazine in gedruckter Form heraus. Die App ist nun der nächste Schritt. „Die meisten kleinen und mittelgroßen Museen haben nicht das Budget für großes Marketing oder Events“, so Strauch. Genau hier will er ansetzen und bietet Museen die Möglichkeit, auf einer überregionalen Plattform für ihr Haus zu werben und damit die Reichweite zu erhöhen. museum.de ist ist eine One-Man-Show, Uwe Strauch kümmert sich um alles selbst. Sein Antrieb? Enthusiasmus für Kunst und Kultur, sagt er. „Damit kann man nicht reich werden“, meint Strauch und lacht. Er finanziert sich daher über Anzeigen auf seiner Website.

Auch die meisten Museen aus Bremen und Bremerhaven sind auf Strauchs Museums-App zu finden. Außer großen Häusern wie der Kunsthalle Bremen lassen sich auch Informationen über kleinere Ausstellungsorte finden. Allerdings beschränken sich die Selbstdarstellungen der Bremer Museen auf wenige Informationen. Gibt der Nutzer in das Suchfeld der App „Kunsthalle Bremen“ ein, ist das Ergebnis ernüchternd. Zu sehen ist lediglich eine Karte, auf der die Kunsthalle markiert ist, ein Bild von außen sowie die Telefonnummer des Museums. Diese Informationen bieten keinen Mehrwert im Vergleich zu einer einfachen Google-Suche. Strauch sieht es als Aufgabe der Museen an, ihn mit mehr Informationen und Bildern auszustatten. Alle Museen sind dazu aufgerufen, Material über museum.de zentral bereitzustellen – er kümmere sich dann um die Aufbereitung für die mobile Version, so Strauch.

Lohnen könnte sich das Angebot für Touristen. Wenn der User die App startet, wird direkt das nächstgelegene Museum mit Bild und Lageplan angezeigt. Das könnte den altbewährten analogen Reiseführer fast entbehrlich machen. Reisende können Informationen über Museen auch im Hotel mit WLAN-Zugang abspeichern und später wieder aufrufen. Grundsätzlich ist die Digitalisierung in der Kunst- und Kulturszene schon seit einiger Zeit Thema. Das Frankfurter Städel-Museum bietet anlässlich seines 200-jährigen Bestehens sogar einen virtuellen Rundgang durch seine Ausstellungen. Es sei wichtig, dass Museen an ihrem Web-Auftritt und dem richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken arbeiteten, meint der Deutsche Museumsbund.

Hier gibt es bei den Museen in Bremen und Bremerhaven noch Nachholbedarf. Zwar haben die allermeisten Museen eine ansprechende Präsenz im Netz, die App von Uwe Strauch wird allerdings noch eher stiefmütterlich behandelt, obgleich Strauchs Angebot durchaus als attraktiv bewertet wird. „Wir stehen solchen Angeboten offen gegenüber“, kommentierte eine Sprecherin des Klimahauses Bremerhaven. Etwas konkreter sehen die Pläne bei der Bremer Kunsthalle aus. „Wir planen, künftig mehr Infos in der App zu hinterlegen, ebenso Bilder. Das könnte hilfreich sein, um Touristen auf die Kunsthalle aufmerksam zu machen“, so eine Sprecherin. Unterdessen hat Uwe Strauch schon die nächste Idee: Seine App soll künftig auch als Audio-guide funktionieren. Für ihn steht fest: „Die Erklärung muss mit drin sein, sie ist Teil der Ausstellung.“ Im April wird die neue Funktion freigeschaltet.

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