Recruiting Games zur Nachwuchsgewinnung Spielerisch zum Traumberuf

Den Traumberuf mit Spielen finden? Das ist möglich. Immer mehr Unternehmen vertrauen bei der Auswahl ihrer Nachwuchskräfte auf sogenannte Recruiting Games.
10.08.2012, 15:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Désirée Stelzner

Spielen liegt in der Natur des Menschen. Egal ob jung oder alt – in einem spannenden Spiel verliert sich jeder gern. Wenn damit wichtige Entscheidungen wie zum Beispiel die Berufswahl getroffen werden können, umso besser.

Darauf zielen sogenannte Recruiting Games ab. Sie werden eigens für Konzerne entwickelt um deren Bewerbern oder Interessenten auf spielerische Art und Weise Einblicke in das Unternehmen und mögliche Berufe zu geben.

Unterscheiden muss man hierbei aber zwischen den Spielen, die es auf die Eignungsdiagnostik möglicher Bewerber abzielen und den Berufsorientierungsspielen. Hierzu erklärt Joachim Diercks vom Hamburger Unternehmen CYQUEST die Unterschiede: „Bei den Berufsorientierungsspielen geht es darum, dass sich Interessierte anonym und ungezwungen mit Berufen oder Unternehmen beschäftigen können. Das Prinzip lautet da eher Ausprobieren.“

Bei den richtigen Recruiting Games werden Bewerber mit Aufgaben konfrontiert, die sie im realen Berufsleben erwarten können. Im Spiel müssen sie beweisen, dass sie geeignet sind. Diese Testsituation in ein Spiel zu verpacken, offeriert den Unternehmen die Chance ihren Bewerber Informationen zurückzugeben. So zeigt eine Hotelkette den stressigen Alltag in einem virtuellen Haus – angefangen bei den Wünschen von Gästen bis hin zur Planung des Frühstücksbuffets ist alles dabei.

Was nun als Neuheit gefeiert wird, hat Tradition. Bereits Ende der 90er Jahre gab es die ersten Ansätze mit einer Karrierejagd für Studenten bei der sie verschiedene Unternehmen kennenlernen konnten. 2004 startete Unilever mit seinem bekannten Spiel um die Eismarke „Ben und Jerry´s“. Richtig in Fahrt kam der Markt aber ab 2010, nachdem die Wirtschaft sich wieder etwas erholt hatte und bereit war in Nachwuchsförderung zu investieren.

Nach den Schätzungen Diercks dürften gut ein Drittel der Unternehmen, beginnend im Mittelstand, bereits auf Recruiting Games in irgendeiner Form setzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Programmierung eines Spiels ist im Endeffekt billiger als jemanden tausende Bewerbungsunterlagen durchsehen zu lassen. Auch für den Bewerber hat diese Art von Test Vorteile. Wenn das Spiel gut gemacht ist, kann er sich an realen Aufgaben messen und entscheiden, ob er für diesen Beruf geeignet ist.

Verwunderlich ist allerdings, dass so viele Konzerne Geld in die Entwicklung eines Spiels geben, aber niemand es bemerkt. Bei den reinen Recruiting Games ist der Grund nachvollziehbar: Da die Test zur Auswahl entwickelt werden, sehen sie nur die wenigen Auserwählten.

Die Berufsorientierungsspiele allerdings verkümmern oft auf irgendwelchen Karriereseiten der Unternehmen, die sie einfach nicht genug bewerben. In Zeiten von Facebook und Co könnte sich das aber ändern. Die die ersten Unternehmen haben Spiele-Apps entwickelt, die sich breiter Begeisterung erfreuen.

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