Computer Twitter-Erfinder will zurück zu den Wurzeln

New York/Berlin. Der zurückgekehrte Twitter-Erfinder Jack Dorsey will den Kurznachrichten-Dienst schnell zu seinen Wurzeln zurückbringen: Zufriedene Nutzer sind wichtiger als das Geldverdienen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr setzte Dorsey erste Akzente.
01.04.2011, 14:10
Lesedauer: 2 Min
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New York/Berlin. Der zurückgekehrte Twitter-Erfinder Jack Dorsey will den Kurznachrichten-Dienst schnell zu seinen Wurzeln zurückbringen: Zufriedene Nutzer sind wichtiger als das Geldverdienen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr setzte Dorsey erste Akzente.

Nach wochenlangen vergeblichen Protesten der Nutzer schaffte Twitter plötzlich doch noch den schwarzen Balken ab, in dem Trend-Begriffe und Werbung angezeigt wurden. Zuvor hatten die Twitter-Kunden mit ihrer Kritik nur erreichen können, dass die "QuickBar" weniger penetrant nur noch am obersten Bildschirmrand festhing.

Dorsey will sich künftig auf die Produktentwicklung konzentrieren. Sein Ziel sei, Twitter für eine größere Masse von Nutzern attraktiv zu machen, kündigte der 34-jährige an. Wertvoller als der Markenname Twitter sei es, dass man darüber erfahren könne, was etwa in Ägypten passiere. "Auf diesen Wert müssen wir uns wieder ausrichten", sagte er vor Journalistik-Studenten in New York.

Der Online-Dienst versuchte zuletzt verstärkt, Geld mit Werbung zu verdienen. Ein Teil der Begriffe im schwarzen "QuickBar"-Balken waren gar keine richtigen Trends, sondern von Werbekunden bezahlte Suchwörter. Twitter stellte nun ein Update der App bereit, nach der Installation ist der Balken am oberen Rand verschwunden. Zuvor hatte Twitter-Chef Dick Costolo noch abgelehnt, den Balken abschaltbar zu machen.

Man werde jetzt nach einem besseren Weg suchen, wie man Nutzern schnelle Trends anzeigen kann, hieß es in einem Twitter-Blogantrag, dessen Überschrift ein Wortspiel mit typischen Witz-Einstiegen war: "Kommt eine Bar (engl. für Balken) in eine App..." Tech-Blogger John Gruber prägte für die "QuickBar" erfolgreich den bösen Begriff "Dickbar", in Anspielung auf den Vornamen des Twitter-Chefs und die englische Slang-Bezeichnung für den Penis.

Die Twitter-Gründer Dorsey, Biz Stone und Evan Williams hatten in der Anfangszeit bewusst auf Werbung verzichtet, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Mit der Zeit musste der Dienst jedoch irgendein Geschäftsmodell finden, alleine schon um den Betrieb für viele Millionen Nutzer zu finanzieren. Und auch die Investoren, die dutzende Millionen Dollar in die Firma gepumpt haben, wollen irgendwann eine Rendite sehen.

Die Twitter-Spitze entschied sich für Online-Werbung zum Beispiel in Form bezahlter Tweets als Einnahmequelle. Dorsey war da nicht mehr bei Twitter aktiv und bastelte an seinem neuen Unternehmen Square, einem Bezahldienst für Handys.

Costolo hatte im Februar noch stolz verkündet, dass Twitter inzwischen Geld verdiene. Allerdings hatten sich die Twitterer in den ersten Werbefreien Jahren daran gewöhnt, den Dienst ohne Ablenkung nutzen zu können. Fast jede Werbung wurde daher als störend aufgenommen. (dpa)

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