USA US-Regierung fühlt sich von Oracle abgezockt

New York. Die US-Regierung fühlt sich vom Software-Konzern Oracle übers Ohr gehauen. In einer Klage wirft das Justizministerium dem Unternehmen vor, vom Staat überhöhte Preise für seine Produkte verlangt zu haben.
18.06.2010, 12:30
Lesedauer: 1 Min
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New York. Die US-Regierung fühlt sich vom Software-Konzern Oracle übers Ohr gehauen. In einer Klage wirft das Justizministerium dem Unternehmen vor, vom Staat überhöhte Preise für seine Produkte verlangt zu haben.

Es geht nach US-Medienberichten vom Mittwoch und Donnerstag um mehrere zehn Millionen Dollar. Nach US-Recht darf ein Unternehmen von der Regierung nicht mehr Geld verlangen als von seinen Kunden aus der Privatwirtschaft. Das Ministerium unterstellt Oracle, Rabatte verschwiegen zu haben, die es seinen bevorzugten Geschäftskunden gewährt habe. Damit sei der Steuerzahler geschädigt worden, lautet der Vorwurf.

Ein ehemaliger Oracle-Mitarbeiter hatte bereits im Mai 2007 Klage eingereicht. Er darf dies im Namen der Regierung tun und bekommt dafür bei Erfolg einen Teil des Schadenersatzes. Das Justizministerium schloss sich der Klage im April an. Nun wurde die Schrift veröffentlicht.

2006 hatte Oracle in einem ähnlich gelagerten Fall schon einmal Ärger mit der Justiz. Damals erklärte sich der Konzern in einem Vergleich mit der Regierung bereit, 98,5 Millionen Dollar zu zahlen, weil die zwei Jahre zuvor übernommene PeopleSoft ihre Preise nicht transparent gemacht hatte.

Für Oracle wäre eine neuerliche Strafzahlung ein Tiefschlag. Der kalifornische Konzern ist der schärfste Rivale der deutschen SAP. Die beiden Unternehmen liefern sich im Markt der Unternehmens-Software einen erbitterten Kampf. Erklärtes Ziel von Oracle-Chef Larry Ellison ist es, Marktführer SAP vom Thron zu stoßen. Dazu kauft er seit Jahren im großen Stil zu. (dpa)

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