Neuauflage für Playstation 4 Videospiel-Kritik: Shadow of the Colossus

Sony legt das Action-Adventure "Shadow of the Colossus" bereits zum zweiten Mal neu auf. Doch kann der PS2-Klassiker knapp zwölf Jahre nach seiner Premiere noch überzeugen?
15.07.2018, 21:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek

Seitdem „Shadow of the Colossus“ im Jahr 2006 in Deutschland, damals für die Playstation 2, erschienen ist, gilt das Action-Adventure als ein Meilenstein seines Genres. Zwölf Jahre und zwei Konsolengenerationen später lässt Sony den Klassiker also ein zweites Mal wieder aufleben, nachdem bereits 2011 eine Neuauflage für die Playstation 3 erschienen war.

Was „Shadow of the Colossus“ von anderen Titeln abhebt? Sein minimalistischer Aufbau. Das gilt heute noch mehr als damals; Spieler können oft Stunden damit verbringen, ihren Charakter anzupassen, die Ausrüstung zu optimieren oder neue Fähigkeiten zu erlernen. Hier schaffen die Entwickler Tatsachen und lassen dem Spieler keine Freiheiten.

Wander, der Hauptfigur, stehen lediglich ein magisches Schwert und sein Pferd Agro zur Verfügung. Um das Mädchen Mono zu retten, reist er in ein fernes Land und schließt mit einer mysteriösen Gestalt namens Dormin eine Vereinbarung: Wander muss 16 Kolosse besiegen, erst dann wird Dormin Mono wieder zu den Lebenden zurückholen.

Eigene Stärken, Schwächen und Taktiken

Karge Geschichte, kaum Dialoge. Mithilfe seines Schwerts, das Sonnenlicht bündelt und den Weg weist, spürt der Protagonist die Kolosse auf. Auf seinem Pferd reist er dabei durch wunderbar inszenierte Landschaften – wenn auch die Texturen manchmal nur langsam laden und dadurch vor allem beim Gras vorübergehend Unschärfe auftritt.

Auch die Gesichter der Akteure sind (typisch japanisch) sehr weich gezeichnet. Reise- und Abenteuerlust weckt der Titel jedoch immer noch. Genauso imposant und mächtig wie vor knapp zwölf Jahren sind auch die riesigen Kolosse geblieben. Mal ein Pferd, mal ein Drache oder eine Schlange: Bei allem Minimalismus entfalten die Entwickler hier ihre gesamte Kreativität.

Jeder Gegner weist eigene Stärken, Schwächen und Taktiken auf, sodass jeder Kampf auf seine Weise herausfordernd und einzigartig bleibt. Eines der größten Hindernisse bleibt dabei die hakelige Steuerung, die den ein oder anderen Versuch kostet und auch die Kameraführung stört hier des Öfteren. Genauso wenig hätte es die neu eingeführten versteckten Münzen gebraucht. Sie nehmen dem Spiel ein Stück weit jene Einfachheit, die es so besonders macht.

Das blecherne Klimpern aus dem Controller-Lautsprecher trübt den positiven Eindruck der Reisen. Davon abgesehen bietet das Spiel eine solide Tonkulisse. Trotz seiner Makel, die teilweise neu hinzugefügt wurden, bleibt „Shadow of the Colussus“ eine gelungene Neuauflage eines Stücks Videospiel-Geschichte. Unter diesem Aspekt ist der Titel auch zu spielen, sonst wird er kaum die gleiche Faszination auslösen. Es wäre kaum verwunderlich, wenn das Spiel auch die nächste Konsolengeneration begleitet.

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