Rolf Drechsler sprach bei Wissen um elf über die rasante Entwicklung der Technik

Wenn Science-Fiction-Ideen Wirklichkeit werden

Altstadt. „Technik hat Einfluss auf unsere Gesellschaft und verändert in vielen Stellen auch“, sagt Rolf Drechsler. Bilder von der Papstwahl zeigen beispielsweise, wie Technik unsere tägliche Welt beeinflusst.
12.12.2013, 00:00
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Von Solveig Rixmann
Wenn Science-Fiction-Ideen Wirklichkeit werden

Auf dem neuesten Stand der Technik: Rolf Drechsler.

Solveig Rixmann

„Technik hat Einfluss auf unsere Gesellschaft und verändert in vielen Stellen auch“, sagt Rolf Drechsler. Bilder von der Papstwahl zeigen beispielsweise, wie Technik unsere tägliche Welt beeinflusst. Vor acht Jahren war auf einem Foto gerade einmal ein Zuschauer zu sehen, der den Moment der Verkündung des neuen Papstes mit seinem Handy fest hielt. In diesem Jahr stand vielleicht noch einer auf dem Petersplatz, der kein Foto-Handy hoch hielt.

„Das ist eine ganz normale Szene, wie sich auch das Sozialverhalten verändert“, sagte Rolf Drechsler in seinem Vortrag bei „Wissen um elf“ im Haus der Wissenschaft. Früher arbeitete er bei Siemens in der Elektronikentwicklung. Seit 2001 ist er Professor für Informatik an der Universität Bremen und vertritt das Arbeitsgebiet Rechnerarchitektur, seit 2011 zudem Direktor im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen und dort Leiter der Abteilung Cyber-Physical Systems.

Was die Zukunft bringt, habe Menschen schon immer fasziniert. Aber von einer ursprünglichen Idee, bis diese dann real werde, sagt Rolf Drechsler, „da gehen auch mal 100 Jahre ins Land“. Im Spannungsfeld zwischen der realen Welt und der Technologie geht es um die Frage, wie die Technologie für uns etwas beitragen kann. Eigentlich geht es dabei ganz grundsätzlich um Computerchips – vom Mobiltelefon bis zum Automobil, kaum ein Gerät funktioniert ohne sie. Und auch wenn sie extrem klein sind, diese Chips enthalten eine ganze Menge. „Auf diesem Quadratzentimeter sind über eine Milliarde Komponenten verbaut.“

Die steigende Komplexität von Geräten erhöht ihre Anfälligkeit. Aber für eine flexible Anwendung ist es wichtig, dass diese Geräte lange, zuverlässig und sicher laufen. Auf Grund der Fertigung wisse man, dass es immer fehlerhafte Komponenten geben werde, die Frage sei, wie damit umgegangen werde. Wie man solche Schaltungen korrekt baut, daran arbeitet die Arbeitsgruppe Cyber-Physical Systems und das DFKI in Kooperation mit Industriepartnern, wie etwa Intel oder AMD.

„Wenn Neuerungen kommen hat man, glaube ich, erst einmal grundsätzlich eine etwas ablehnende Haltung“, sagt Rolf Drechsler. Doch Entwicklungen hätten immer Vor- und Nachteile. Was für aktuelle Entwicklungen gibt es also, gegenwärtig und in der Zukunft? Energieversorgung, Gesundheit, Umwelt – also die Schaffung und Erhaltung einer lebenswerten Umgebung – sind dabei die zentralen Aspekte. Einiges sei absehbar, da daran bereits intensiv geforscht werde, meint Rolf Drechsler. Noch geht die Kommunikation von Menschen aus, aber zukünftig werden auch Maschinen miteinander kommunizieren. Vorstellbar ist der Einsatz bei Navigationsgeräten, die Informationen mit anderen Autos austauschen. Dass einige Meter voraus gerade ein Airbag auslöst und eine Gefahrensituation zu erwarten ist, wäre eine nützliche Information. Auch in der Logistik werden Maschinen kommunizieren. Die könnten Informationen über den Inhalt austauschen, so dass ein mit Gemüse oder Früchten bestückter Container vorrangig bearbeitet wird.

Vorstellbar ist auch eine Brille mit einer Kamera, die Informationen über das Gegenüber liefern, wie den Namen, oder, bei einer Verbindung mit dem Internet, Informationen aus sozialen Netzwerken liefert. Mit so einer Kamera könnten auch Informationen zu Gebäuden oder Orten im Stadtbild abgerufen werden „Das sind alles Dinge, die momentan technisch direkt vor der Tür stehen.“ Ob und wie dies genutzt werde, sei etwas anderes. Elektronik „wird irgendwie mit in unsere Umwelt verbaut werden.“ Eine enorme Abhängigkeit entstehe praktisch, aber auch mental. Es müsse sichergestellt werden, dass auch die Sicherheit gewährleistet ist. Daher sei es wichtig, dass die Menschen diesen Prozess aktiv gestalten: Dass die Menschen klar sagen, wo sie wünschen, dass diese Systeme eingesetzt werden und wo nicht.

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