Zahl der Tierbestattungen hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt

Eine Urne für den Hund

Hamburg (kna). Die Zahl der Tierbestattungen in Deutschland hat sich seit 2010 um rund 74 Prozent auf jährlich etwa 160 000 erhöht. Grund sei ein Wandel in den Beziehungen zwischen Mensch und Tier, teilte das Informationsportal Bestattungen.
28.08.2013, 00:00
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Hamburg. Die Zahl der Tierbestattungen in Deutschland hat sich seit 2010 um rund 74 Prozent auf jährlich etwa 160 000 erhöht. Grund sei ein Wandel in den Beziehungen zwischen Mensch und Tier, teilte das Informationsportal Bestattungen.de gestern in Hamburg mit. Haustiere spielten für immer mehr Menschen eine wichtige Rolle als Sozialpartner: Weil viele Berufe räumliche und zeitliche Mobilität und Flexibilität erforderten, zerfaserten viele Familien- und Freundschaftsbande. Die Lücken füllten oft Haustiere.

Hunde oder Katzen seien „heute nicht mehr nur Hobby oder Nutztier, sondern als Sozialpartner häufig ein Ersatz für stabile soziale Beziehungen zu anderen Menschen“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Tierbestatter, Martin Struck. Aus diesem Grund seien „Würde, Respekt und Trauerarbeit“ bei Bestattungen von Tieren ebenso wichtig wie bei denen von Menschen. Die Zahl der Haustiere in Deutschland steigt nach den Angaben seit Jahrzehnten. Von den derzeit rund 20 Millionen Katzen und Hunden sterben demnach jährlich etwa 1,9 Millionen. Je nach Tiergröße und persönlichen Vorstellungen reichen die Kosten für eine Tierbestattung laut Bestattungen.de von etwa 200 Euro bis zu mehreren Tausend Euro. Neben Urnen und Grabmalen gebe es auch aus der Asche eines toten Tieres gefertigten Diamant- und Edelsteinschmuck.

Die steigenden Bemühungen und Ausgaben für Tierbestattungen lassen laut der Sozialwissenschaftlerin Aiyana Rosen jedoch nicht generell auf mehr Tierliebe und Empathie schließen. „Während bestimmte Tiere näher an den Menschen heranrücken und der Wunsch nach einer menschenähnlichen Behandlung – zum Beispiel in Form von Tierbestattungen – entsteht, werden andere Tiere hingegen täglich konsumiert und landen auf dem Teller“, sagte Aiyana Rosen.

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