Forscher untersuchen, welche Arten von Pflanzen sich besonders gut in fremden Gebieten behaupten Erfolgreiche Einwanderer

Leipzig (jüw). Weltweiter Handel und Reiseverkehr haben dazu geführt, dass Pflanzenarten sich auch in Gebieten behaupten und ausbreiten, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Als invasiv werden jene Arten bezeichnet, die dabei einheimische Arten verdrängen, Ökosysteme verändern und Umweltprobleme verursachen.
07.07.2015, 00:00
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Erfolgreiche Einwanderer
Von Jürgen Wendler

Weltweiter Handel und Reiseverkehr haben dazu geführt, dass Pflanzenarten sich auch in Gebieten behaupten und ausbreiten, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Als invasiv werden jene Arten bezeichnet, die dabei einheimische Arten verdrängen, Ökosysteme verändern und Umweltprobleme verursachen. Zu den invasiven Arten in Deutschland zählt zum Beispiel die aus Nordamerika stammende Robinie. Sie kann Stickstoff aus der Luft binden und an die Umgebung weitergeben. Damit verändert sie nährstoffarme Standorte. Im Laufe der Zeit sind nicht nur fremde Arten nach Europa gelangt, sondern europäische Arten haben sich auch in anderen Teilen der Erde ausgebreitet, so beispielsweise der Löwenzahn in Nordamerika. Mithilfe von Datenbanken zu Pflanzenarten in Europa und Nordamerika ist eine Forschergruppe um Professor Petr Pyšek von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Ameur Manceur vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig der Frage nachgegangen, aufgrund welcher Merkmale invasive Arten besonders erfolgreich sind.

Wie die Experten im Fachjournal „Ecology“ erklären, werden rein biologische Merkmale wie Blattgröße, Höhe oder Beständigkeit des Samens offenbar überschätzt. Wichtiger seien den neuen Erkenntnissen zufolge Faktoren, die mit der Geografie und dem menschlichen Einfluss zusammenhingen. So spiele unter anderem eine Rolle, ob die Art in ihrer ursprünglichen oder in ihrer neuen Heimat von Menschen angebaut worden sei. Die Forscher weisen darauf hin, dass sich von 1218 mitteleuropäischen Samenpflanzenarten mittlerweile 466 in Nordamerika etabliert hätten. Sie vermehrten sich dort ohne menschliches Zutun. Nur sechs Prozent der etablierten Arten seien nicht von Menschen genutzt worden.

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