Weniger Spargel als im Vorjahr gestochen Die Saison geht zu Ende

Hamburg/Bremen . Zu kalt für das königliche Gemüse: Das Wetter hat vielen Spargelbauern die Ernte verdorben. Auch für die Bremer Fans der Stangen ist jetzt offiziell Schluss, doch ein paar Tage sind noch drin.
23.06.2010, 09:00
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Hamburg/Bremen . Zu kalt für das königliche Gemüse: Das Wetter hat vielen Spargelbauern die Ernte verdorben. Auch für die Bremer Fans der Stangen ist jetzt offiziell Schluss, doch ein paar Tage sind noch drin, denn Bauern, die auf ihren Feldern im nächsten Jahr keinen Spargel anbauen wollen, ernten bis keiner mehr wächst.

"Die Einbußen kann man auch durch einen guten Preis nicht wettmachen", sagte Dietrich Paul, Vorsitzender der Vereinigung der Spargelanbauer Niedersachsen, dem größten deutschen Anbaugebiet, der Nachrichtenagentur dpa am Montag. In Hessen und Baden-Württemberg wird gar mit Rückgängen zwischen 20 und 40 Prozent gegenüber 2009 gerechnet. Schuld war der lange und harte Winter.

Die Spargelstecher konnten daher erst acht bis zehn Tage später in die Saison starten. "Der Spargel wollte am Anfang nicht richtig wachsen", sagte Andrea Adams, Sprecherin des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd. Es folgte eine gute Phase mit schönem Wetter, allerdings purzelten dann die Preise in den Keller. Anschließend kam das nasse Wetter, und das Edelgemüse spross nicht mehr so stark, wie Adams erläuterte. Allerdings: "Die Qualität war durchweg gut."

Auch in Nienburg, dem größten Anbaugebiet in der Bremer Region, ging es nur schleppend los, was sich auch auf den Preis auswirkte. Vielen Kunden war der Spargel zu teuer. "Über Pfingsten haben ich in diesem Jahr gerade mal 22 Kisten verkauft, im letzten Jahr waren es 75", erzählt Klaus Schreimel, der auf dem Bremer Domshof einen Gemüsestand hat. Kein Wunder, kostete ein Kilo der ersten Klasse stattliche jetzt 8,50 statt 5,99 Euro wie im Vorjahr. Doch Grund zur Sorge besteht wohl nicht: "Wir leben noch vom Gewinn aus der vergangenen Spargelsaison", lacht Schreimel.

In Rheinland-Pfalz müssten die Spargelbauern in diesem Jahr Einbußen von voraussichtlich rund 20 Prozent hinnehmen. In Nordrhein-Westfalen liegen die Erträge um etwa 25 Prozent unter dem Durchschnitt des vergangenen Jahres. In NRW bauen rund 460 Betriebe auf 4065 Hektar Spargel an. Das entspricht etwa einem Fünftel der Gesamtanbaufläche in Deutschland. NRW liegt damit auf Platz zwei hinter Niedersachsen. In Sachsen-Anhalt wurden nach Angaben der Agrargenossenschaft Hohenseeden ein Viertel weniger Stangen gestochen.

Die Spargelzeit geht an diesem Donnerstag zu Ende - traditionell am 24. Juni, dem Johannistag, auch Spargelsilvester genannt, damit sich die Spargelfelder bis zum nächsten Jahr erholen können. In einigen Regionen läuft die Saison wegen des späten Starts aber länger, beispielsweise in Nordbaden, wie der Geschäftsführer der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden (OGA) in Bruchsal, Hans Lehar sagte.

In Bremen noch einige Tage Verlängerung

Auch die Bremer können noch bis Sonnabend fest mit dem Gemüse rechnen. Es wird zwar täglich weniger geben, doch die Spargelbauern, die ihre Felder nicht für das kommende Jahr vorbereiten müssen, lassen das Gemüse weiter wachsen und ernten bis zum Schluss.

Die Preise lagen nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft in Bonn von Anfang Juni teils deutlich über denen des Vorjahres. Im Mai - der eigentlichen Hochphase der deutschen Spargelsaison - habe das Stangengemüse im Durchschnitt bis zu 30 Prozent mehr als 2009 gekostet. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW verzehrten die Deutschen 2009 zwei Kilogramm Spargel pro Haushalt. Deutschland sei damit Europameister. (dpa, gor)

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