Weihnachten Nicht wegwerfen: Reste vom Fest clever verwerten

Hamburg/Berlin. Die Teller sind leer und die Gäste satt. Doch in Töpfen und Schüsseln finden sich noch Unmengen Reste vom Festessen. Wem sie zu schade zum Wegwerfen, aber zu langweilig zum späteren Verzehr sind, kühlt sie und friert sie ein - oder verwertet sie kreativ weiter.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Hamburg/Berlin. Die Teller sind leer und die Gäste satt. Doch in Töpfen und Schüsseln finden sich noch Unmengen Reste vom Festessen. Wem sie zu schade zum Wegwerfen, aber zu langweilig zum späteren Verzehr sind, kühlt sie und friert sie ein - oder verwertet sie kreativ weiter.

Ein bisschen Fleisch von der Gans, einige Kartoffeln oder noch etwas Karpfen - nach dem Weihnachtsmahl bleibt meist etwas übrig. "Im Gegensatz zu anderen Ländern scheint es bei uns die beliebteste Methode zu sein, Essensreste so lange aufzubewahren, bis sie verdorben sind und man sie wegwerfen kann", sagt die Kochbuchautorin Gabriele Gugetzer aus Hamburg. Das sei sehr schade.

Tatsächlich kann man mit Resten vom Fest mehr tun, als sie irgendwann zu entsorgen. Wenn man sie am nächsten Tag noch essen möchte, kann man Speisen im Kühlschrank aufbewahren. "Dafür sollten sie aber gut verpackt werden", sagt Silke Schönrock vom Landesverband Berlin des Deutschen Hausfrauenbundes. Eine Schale mit einem Teller abzudecken, reiche nicht aus. "Dann kann Flüssigkeit von den Speisen verdunsten und sich im Kühlschrank ansammeln." Besser sei daher, die Reste in Gefäße umzufüllen, die richtig verschlossen werden können.

Steht für den nächsten Tag aber schon ein anderes Essen auf dem Programm oder ein Besuch bei Verwandten an, können die Reste auch eingefroren werden. "Bei der Gans sollte man dafür das Fleisch vom Kochen abtrennen und ohne andere Speisen einfrieren", sagt Schönrock. Auch bereits gebratener Karpfen könne problemlos eingefroren und später wieder aufgetaut werden. "Im Eisfach kann man Speisen bei etwa minus 18 Grad gut vier Wochen aufbewahren."

"Für die meisten Reste im Kühlschrank gilt die goldene Zwei-Tage-Regel", erklärt Gugetzer. "Es sei denn, man friert sie gleich ein." Doch egal, ob Tiefkühlen oder Kühlschrank: Die gegarten Reste müssen rasch abgekühlt, in entsprechende Behälter gefüllt und gelagert werden. Wer mag, kann bei Fleisch vor dem Weiterverarbeiten noch den Fettrand entfernen, er kann etwas ranzig schmecken.

Die richtige Lagerung ist wichtig, um zu verhindern, dass Lebensmittel verderben. Darauf weist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt/Main hin. So sollte die Temperatur im Kühlschrank zum Beispiel unter fünf Grad gehalten und das Gerät etwa alle vier Wochen gereinigt werden. Gefrorene Lebensmittel sollten außerdem nie auf der Küchenarbeitsplatte aufgetaut werden. Besser ist das Auftauen im Kühlschrank oder in der Mikrowelle, auf jeden Fall aber in einer Schüssel.

Speisereste müssen aber auch nicht immer so wie sie sind, gelagert werden. "Viele Menschen essen Reste nicht sehr gerne, beißen aber im übertragenen Sinne die Zähne zusammen und tun es doch", berichtet Gugetzer. Das gehe oft mit dem Gefühl einher, etwas vor allem aus Vernunftgründen essen zu müssen - dabei können aus den Resten auch leckere neue Gerichte entstehen. "Hat man zum Beispiel etwas Fleisch und Soße vom Braten über, kann man das am nächsten Tag auf vorher eingefrorenes und aufgetautes Toast-Brot legen und als Sandwiches servieren", sagt die Autorin. Wer gegarte Kartoffeln übrig hat, kann diese zu Rösti verarbeiten. Und Gemüsereste können für eine Suppe verwendet werden.

"So bekommt das Reste-Essen einen pfiffigen Touch", urteilt Gugetzer. "Man hat dann nicht das Gefühl 'Wir müssen sparen', sondern zaubert relativ entspannt neue Speisen." Dabei sollte man sich trauen, auch mal etwas Neues auszuprobieren. So können Rotweinreste als Eiswürfel eingefroren und später für eine Soße verwendet werden -oder Reste vom Obstsalat zu vitaminhaltigen Smoothies püriert werden.

Eine andere Möglichkeit ist, Reste bewusst einzuplanen. "Man kann sich vorab präzise überlegen, was man kochen kann, damit man davon - in veränderter Form - zwei bis drei Tage lang essen kann", rät die Autorin. Das heißt: einmal kochen und damit die Grundlage für verschiedene Essen schaffen. "So macht man es sich leicht und braucht kein schlechtes Gewissen haben."

Zum Beispiel könnte gleich eine Gänsekeule mehr geschmort werden, um das Fleisch zu einem feinen Brotaufstrich zu verarbeiten. "Das Fleisch wird klein gehackt oder püriert, mit Pfeffer und Nelke gewürzt, mit Butter oder Schmalz und eventuell etwas Bratensoße vermengt." Das müsse etwa einen halben Tag im Kühlschrank durchziehen und könne als kleine Canapés gereicht werden.

Literatur:

- Gabriele Gugetzer: Quickfinder Resteküche: Der schnellste Weg vom Rest zum Rezept. GU. 168 S. Euro 14,90, ISBN 978-3833814785

- Verbraucherzentrale NRW: Kreative Resteküche - einfach, schnell, günstig. 232 S. Euro 9,90, ISBN 978-3-940580-44-3 (dpa/tmn)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+