Hofgeschichten Fleisch von hoher Qualität

Auf der Grenze zwischen Münsterland und Ruhrgebiet züchtet Familie Balster Wagyus. Das Fleisch der Rinder japanischen Ursprungs gilt als Delikatesse. Es hat seinen Preis - und das aus gutem Grund.
04.10.2022, 10:25
Lesedauer: 2 Min
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Fleisch von hoher Qualität
Von Catrin Frerichs

Die Fahrt zum Hof endet fast im Nirgend­wo. Die Adresse? Buxfort 8a und drumherum nur noch Felder und Wäldchen. In der Nähe der Stadt Selm, auf der Grenze zwischen Münsterland und Ruhrgebiet, ist viel Platz für die Rinder der Familie Balster. Es sind besondere Tiere: Sie heißen Wagyu, übersetzt japanisches Rind. Ihr Fleisch gilt als Delikatesse.


Patrick Balster (47) ist gelernter Landwirt und Agraringenieur. Seit Generationen betreibt seine Familie Viehwirtschaft. 2010 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen. Seit 2016 züchtet er im Nebenerwerb die Rinder japanischen Ursprungs. Als Versicherungsfachmann berät er Landwirte. „Ich hatte einen Bericht über Wagyu-Zucht im ,Landwirtschaftlichen Wochenblatt‘ gelesen“, erzählt er. Er überzeugte seine Familie, es zu versuchen.


Heute packen alle mit an: die Eltern, Ehefrau Susanne Balster und die beiden Kinder. Für Hofbesucher nimmt sich die Familie Zeit. Das ist gut, denn ein Rundgang dauert eine Weile. Derzeit leben etwa 160 Tiere auf dem rund 30 Hektar großen Gelände. In den Stallungen liegt Stroh. In separaten Ställen haben Mütter mit ihren Kälbern genug Ruhe. Auf den Weiden mit Kratzbürsten und Duschen leben die Rinder in kleinen Herden. Aufgeschüttete Hügel sorgen dafür, dass sie unterschiedliche Muskeln beanspruchen. Natur und Nachhaltigkeit sind der Familie wichtig. Zwischen den Weiden blühen im Sommer Bienenwiesen.

Balsters Ochsen haben mehr Zeit, um artgerecht groß zu werden, bevor sie auf dem Hof geschlachtet werden. Dann sind sie 36 bis
44 Monate als. Und damit doppelt so alt wie Jungbullen aus intensiver Mast. Die Hofschlachtung ist teurer – aber weniger Stress bedeutet eine bessere Qualität des Fleisches, weiß Balster. Die ist es, die Wagyus so besonders macht. Das fein marmorierte Fleisch enthält weiche Fette mit einem sehr niedrigen Schmelzpunkt. Das Fleisch bleibt beim Braten, Grillen oder Schmoren sehr zart, saftig und aromatisch. Es hat einen hohen Anteil an Omega-3-, Omega-6- und einfach ungesättigten Fettsäuren. Zudem gilt es als cholesterinarm und enthält viele Nährstoffe.


Artgerechte Haltung, gutes Futter, ein längeres Leben: Das hat seinen Preis. Das Kilo Rouladen etwa kostet 75 Euro. Filet gibt es für 31 Euro – pro 100 Gramm. Ob er seine Tiere auch massiert? „Nein“, sagt Balster und lacht.

Info

Mehr Informationen zu Zucht und Hofladen der Familie Balster in Selm unter www.balsters-premium-wagyu.de. Freitagnachmittag und Sonnabend ist der Hofladen geöffnet. Der Expressversand ist möglich.

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