Bei Schildkröten und Leguanen müssen Halter einiges bedenken

Exoten mit Eigenarten

Bonn. Schildkröten können so alt wie Menschen werden; männliche Leguane wiederum vertragen sich im Terrarium nicht mit Artgenossen: Exotische Tiere haben Eigenarten, die Tierliebhaber vor dem Kauf kennen sollten. Sonst besteht die Gefahr, dass sie rasch überfordert sind, wie Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund erklärt.
07.11.2014, 00:00
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Exoten mit Eigenarten

Leguane können bis zu zwei Meter lang werden.

Holger Hollemann, dpa

Schildkröten können so alt wie Menschen werden; männliche Leguane wiederum vertragen sich im Terrarium nicht mit Artgenossen: Exotische Tiere haben Eigenarten, die Tierliebhaber vor dem Kauf kennen sollten. Sonst besteht die Gefahr, dass sie rasch überfordert sind, wie Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund erklärt.

„Infrarotleuchten, Terrarien, spezielles Futter: Exoten kosten viel Geld“, sagt der Experte. Häufig bräuchten solche Tiere auch eine spezielle Behandlung, die normale Tierärzte nicht leisten könnten. Sie müssten dann zu Spezialisten, und das könne schnell teuer werden.

Haltern von exotischen Tieren fehlt oft das nötige Fachwissen, um Verhaltensweisen beurteilen zu können. Ist ein Leguan krank, wenn er sich überhaupt nicht bewegt, oder ist dies völlig normal? „Derartige Fragen wissen viele Halter nicht richtig einzuschätzen und reagieren falsch“, erläutert Tünte. Wer sich einen Exoten zulegen will, sollte deshalb vorher entsprechendes Fachwissen sammeln. Veterinärämter, Verbände oder Zoofachhandlungen bieten dafür häufig Kurse an.

Tierbörsen können nach den Worten von Tünte zu Spontankäufen verleiten. „Ein Chamäleon kostet dann zum Beispiel 30 bis 50 Euro und wird einfach mal mitgenommen.“ Dass dies problematisch sein könne, zeige dieses Beispiel: Jemand kauft auf einer Veranstaltung in einem bestimmten Bundesland ein Tier, das er zu Hause, das heißt in einem anderen Bundesland, aufgrund einer anderen Gesetzeslage nicht halten darf.

Warum es wichtig ist, auf die besonderen Eigenarten der Exoten zu achten, verdeutlicht unter anderem das Beispiel der Papageien. Bei ihnen handelt es sich um Schwarmtiere, die allein nicht leben können. Wie Marius Tünte erklärt, sind dagegen für Leguane Reviere besonders wichtig. „Hält man sie mit anderen Männchen, sind sie enorm unter Stress.“ Bei Schildkröten zeige sich immer wieder, dass viele Menschen fälschlicherweise davon ausgingen, dass sie etwa so alt würden wie Hunde. Tatsächlich aber könnten sie durchaus bis zu 80 Jahre leben.

Eine Wasserschildkröte ist zunächst ganz klein, wird aber groß wie ein Suppenteller. Leguane erreichen eine Länge von bis zu zwei Metern. Auch solche Fakten müssen bei der Haltung beachtet werden. Oft würden sie unterschätzt, sagt Tünte. Die Folge seien zu kleine Käfige und Terrarien. Ebenfalls von grundlegender Bedeutung seien Temperatur und Luftfeuchte. „Bei einem falschen Klima leiden die Tiere. Das führt nicht selten zum Tod.“

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