Eigner bietet Stahlkutter für Törns an Forschen auf der „Feuerlok“

Elsfleth. Ein Forschungsschiff für alle – das ist die Idee von Till Andrzejewski. Schüler mit einem „Jugend forscht“-Projekt, Studenten, Wissenschaftler, aber auch Initiativen oder Vereine kann er sich an Bord seines ehemaligen Vermessungsschiffes vorstellen, das er vor zwei Jahren in Holland gekauft hat.
25.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ulla Uden

Elsfleth. Ein Forschungsschiff für alle – das ist die Idee von Till Andrzejewski. Schüler mit einem „Jugend forscht“-Projekt, Studenten, Wissenschaftler, aber auch Initiativen oder Vereine kann er sich an Bord seines ehemaligen Vermessungsschiffes vorstellen, das er vor zwei Jahren in Holland gekauft hat. Andrzejewski möchte seine „Feuerlok“ für kleine Forschungsfahrten anbieten. Vom Liegeplatz in Elsfleth aus kann der Oldenburger Kapitän damit Hunte, Weser und die küstennahe Nordsee ansteuern.

„Über eine solche Möglichkeit hätte ich mich damals gefreut“, sagt der 38-Jährige. Damals – das war zu Schülerzeiten, als er für „Jugend forscht“ Nitrateinträge in Gewässern untersuchen wollte. Er blieb immer ­irgendwie mit Umweltthemen verbandelt, studierte Forstwissenschaften, bevor er für die Seefahrt umsattelte, in der er heute arbeitet. Er engagiert sich im Naturschutz und gründete ein Naturschutz-Projekt.

Als kürzlich die MS Wissenschaft zum Wissenschaftsjahr über Meere und Ozeane in Oldenburg anlegte und das Institut für Biologie und Chemie des Meeres seine Arbeit vorstellte, ging der dreifache Familienvater mit seinen Kindern hin. Doch er findet es schade, dass es bei einer Initiative wie dem Wissenschaftsjahr kaum eine Gelegenheit gibt, selbst an Projekten mitzuwirken – und wenn, dann nur an Land. „Jeder sollte die Möglichkeit haben, aktiv Meeresforschung zu betreiben“, findet er. Deshalb stellt er nun seine „Feuerlok“ zur Verfügung.

Sein Großonkel hat ihn mit auf die Idee gebracht. Der ist Fischer auf der Weser und erledigt immer mal wieder kleine Aufträge von Forschungsinstituten. „Ich mache das nicht gewerblich“, betont Andrzejewski. Mit der „Feuerlok“ fährt er gegen eine Kostenbeteiligung für den jeweiligen Törn; die ­Beträge beinhalteten aber keine Aufwendungen für Reparaturen und In-Fahrthaltung des Schiffes, sagt er. Das gehe auf ­seine Kappe. Der 15 Meter lange Stahlkutter ­bietet Platz für bis zu vier Forscher. Wissenschaftliche Ausrüstung ist bis auf Hilfsmittel für Positions- und Tiefenmessung nicht an Bord, sondern muss mitgebracht werden. Einen kleinen Kran will der Eigner hinten auf ­seinem Schiff noch anbringen. Kapitän und Bootsmann stellt die Feuerlok Expeditions- und Forschungsschifffahrt (FEFS), wie ­Andrzejewski seine Organisation genannt hat. Er ist gespannt, wer mit ihm rausfahren will, um vielleicht nach Plastikmüll zu fahnden oder Strömungen zu messen. Anfragen nimmt er unter 01 78 / 63 457 89 entgegen. Die kleine Fahne mit dem Kürzel FEFS ­flattert bereits am Mast.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+