Medizin Forscherin: 50 Prozent der Krebserkrankungen vermeidbar

Heidelberg. Mindestens die Hälfte aller Krebserkrankungen lassen sich nach Worten der Epidemiologin Cornelia Ulrich mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung sowie Verzicht auf intensives Sonnenbaden, Rauchen und Alkohol vermeiden.
19.05.2011, 06:40
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Heidelberg. Mindestens die Hälfte aller Krebserkrankungen lassen sich nach Worten der Epidemiologin Cornelia Ulrich mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung sowie Verzicht auf intensives Sonnenbaden, Rauchen und Alkohol vermeiden.

"Wichtig sind daneben Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung und Impfungen zur Vorbeugung bestimmter Krebserkrankungen", sagte die Direktorin für Präventive Onkologie im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. So könne beispielsweise Hepatitis B Leberkrebs auslösen. Impfungen gegen das Virus seien daher sinnvoll.

Ulrich untersucht gemeinsam mit ihrem Team aus über 40 Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen unter anderem wie die Entstehung vor Krebs vermieden werden kann. "In Deutschland gibt es im Bereich Krebsprävention noch erheblichen Entwicklungsbedarf. Ein Ausbau erscheint aber notwendig in einer Gesellschaft mit immer mehr älteren Menschen und damit auch immer mehr Krankheiten", sagte die 43-jährige Wissenschaftlerin.

Für jede Krebsart gibt es andere Risikofaktoren, das macht die Erforschung der Ursachen so schwierig. Rauchen beispielsweise erhöht das Risiko, an Lungen-, Darm- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken. "Brustkrebs hat dagegen eher mit Hormonspiegeln, Gewicht und Bewegung zu tun." Auch spontane Mutationen können die Ursache sein. "Es gibt natürlich Menschen, die alles richtig machen und trotzdem an Krebs erkranken", sagte Ulrich.

Skepsis gegenüber der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist aus Ulrichs Sicht nicht begründet. "Der Impfstoff funktioniert", sagte die Professorin für Krebsprävention. "Wir können unmöglich eine Gruppe von Frauen nicht impfen, um zu sehen, wie viele von ihnen später an Krebs erkranken. Das wäre zynisch. Aber zahlreiche klinische Studien zeigen, dass die Vorstufen verhindert werden können." (dpa)

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