BA.2.75 Neue Corona-Variante beunruhigt Virologen

Noch bestimmt die Corona-Variante BA.5 das Pandemiegeschehen in Deutschland. Nun gibt es erste Meldungen über eine neue Mutation, die Experten beunruhigt. Die Datenlage ist aber noch dünn.
06.07.2022, 06:41
Lesedauer: 2 Min
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Von par

Experten um den britischen Virologen Tom Peacock äußern sich besorgt über eine neue Corona-Variante. "Es lohnt sich, BA.2.75 genau im Auge zu behalten", schreibt der Forscher des Imperial College London auf Twitter.

Die Omikron-Variante BA.2.75 wurde erst Anfang Juni in Indien entdeckt – mittlerweile wurde sie in sieben weiteren Ländern nachgewiesen, darunter auch in Deutschland.

Als Gründe für die erhöhte Aufmerksamkeit nennt Peacock "viele Spike-Mutationen, wahrscheinlich Variante der zweiten Generation, scheinbar schnelles Wachstum und weite geografische Verbreitung". Bislang sei die Datenlage aber noch zu dünn, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Zu der neuen Variante ist bislang wenig bekannt, besonders in Indien soll sie sich aber schnell verbreiten. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation als auch das Robert Koch-Institut haben sich bislang noch nicht zu der Mutation geäußert. Die britische Gesundheitsbehörde beobachtet BA.2.75 als eine von mehreren neuen Varianten, stuft diese aber bislang nicht als besorgniserregend ein.

Der Molekularbiologe Ulrich Elling sieht die Gefahr durch BA.2.75 ebenfalls im Spike-Protein. Hier weise die Variante acht Mutationen im Vergleich zu seinem "Vorfahren" BA.2 auf. Zum Vergleich: Die in Deutschland und vielen anderen Ländern aktuell dominierende Omikron-Sublinie BA.5 habe laut Elling nur drei Veränderungen an dieser Stelle gegenüber BA.2. Mögliche Folge der Mutationen: Eine Infektion mit einer alten Virusvariante könnte nicht mehr oder kaum gegen eine neue schützen.

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Schon mit BA.5 sind die Infektionszahlen in Deutschland zuletzt gestiegen. Die Zahl der Schwerkranken, die auf Intensivstationen in Deutschland mit Covid-19 behandelt werden, stieg nach Angaben vom Sonntag erstmals seit Mitte Mai auf 1000.

Experten halten eine Corona-Welle auch im Herbst und Winter für möglich. Befürchtet wird eine erhebliche Belastung des Gesundheitssystems und der kritischen Infrastruktur. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte zuletzt vor einer deutlichen Verschärfung der Lage. Rufe nach einer schnellen rechtlichen Vorbereitung für eine Herbstwelle wurden laut. Im Frühjahr waren die Corona-Bestimmungen stark zurückgefahren worden, die bundesweite Rechtsgrundlage läuft am 23. September aus.

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