Gesundheit

EU-Gesetz soll für zügigere Organspenden sorgen

Straßburg. Europäer müssen künftig wahrscheinlich nicht mehr so lange auf ein gesundes Spenderorgan warten. Das EU-Parlament stimmte am Mittwoch (19. Mai) in Straßburg für ein neues Gesetz, das Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Transplantationen festsetzt.
19.05.2010, 17:31
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Straßburg. Europäer müssen künftig wahrscheinlich nicht mehr so lange auf ein gesundes Spenderorgan warten. Das EU-Parlament stimmte am Mittwoch (19. Mai) in Straßburg für ein neues Gesetz, das Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Transplantationen festsetzt.

«Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass es keine Gefahr der Übertragung von HI-Viren oder Krebszellen gibt, egal wo in der EU das Organ gespendet wurde», sagte der CDU-Europaparlamentarier Peter Liese. Fachärzte und eigens geschultes Klinikpersonal sollen in Zukunft in ganz Europa enger zusammenarbeiten, um Organtransplantationen zu erleichtern.

Täglich sterben allein in Deutschland im Schnitt drei Menschen, weil keine Spenderorgane zur Verfügung stehen. In Spanien, das weltweit führend bei Organverpflanzungen ist, gibt es an Krankenhäusern eigene Koordinatoren für Transplantationen und Organspenden. In Deutschland ist das nicht der Fall.

«Ohne Transplantations-Koordinatoren gehen viele Organe verloren, obwohl die Patienten einen Organspendeausweis haben oder die Angehörigen bereit wären, einer Transplantation zuzustimmen», sagte Liese, der selbst Arzt ist. Während in Deutschland ein Spenderausweis für die Zustimmung zu einer Organentnahme nötig ist, gilt in anderen Ländern - auch in Spanien - nur der Widerspruch dagegen.

Allein in Deutschland könnten nach Schätzungen von Liese doppelt so viele Organe transplantiert werden, wenn dieser Bereich besser organisiert wäre. In Deutschland spenden nach seinen Angaben etwa 15 Menschen pro eine Million Einwohner Organe, während es in Spanien 35 sind. Spätestens in zwei Jahren kann die Richtlinie in Kraft treten.

Auf Wartelisten stehen in der EU etwa 60 000 Patienten, die auf ein Herz, eine Leber oder Niere warten, in Deutschland sind es etwa 12 000 Menschen. Nach einem Aktionsplan, für den die Abgeordneten mit großer Mehrheit stimmten, sollen an den Krankenhäusern in der EU Koordinatoren von Organtransplantationen geschult werden. (dpa)

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