Gesundheit Expertin: Kopfschmerzen entstehen häufig im Kiefer

Münster. Pochend, dumpf oder drückend: 200 Arten von Kopfschmerzen quälen regelmäßig rund 55 Millionen Deutsche. Wenn der Kopf dröhnt, sind einer Expertin zufolge tatsächlich aber oft die Zähne schuld.
30.03.2011, 15:30
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Münster. Pochend, dumpf oder drückend: 200 Arten von Kopfschmerzen quälen regelmäßig rund 55 Millionen Deutsche. Wenn der Kopf dröhnt, sind einer Expertin zufolge tatsächlich aber oft die Zähne schuld.

Anne Wolowski, Oberärztin für Zahnärztliche Prothetik an der Uniklinik Münster, erklärt, woran das liegt: "Wenn man mit den Zähnen knirscht oder die Kiefer fest zusammenbeißt, können Spannungs-Kopfschmerzen auftreten", sagte die Expertin im Vorfeld des Zahnärztetages Westfalen-Lippe in Gütersloh.

"Bei bis zu 16 Prozent der Schmerzpatienten stehen Gesichts- und Zahnschmerzen im Zusammenhang", sagte Wolowski. Unklar sei jedoch oft, ob das Kopfweh Folge oder Ursache der Zahnschmerzen sei. Ein Besuch beim Zahnarzt sei in jedem Fall ratsam, sagte Wolowski. Dort müsse geklärt werden, ob der Schmerz eine lokale Ursache habe. "Es gilt, herauszufinden, ob einzelne Zähne karieskrank oder entzündet sind. Oder ob sie beim Zubeißen stören und der Patient deshalb versucht, diese Zähne wegzuknirschen."

Auch Stress und andere psychische Belastungen können Wolowski zufolge der Ursprung des Übels sein. Die Lösung sei dann eine Aufbissschiene, die hauptsächlich nachts getragen werde. "Die Schiene hat den großen Vorteil, dass die Zähne geschützt sind und sich nicht zermahlen."

Auch bei Patienten mit Migräne sei der Zahnarzt oft der richtige Ansprechpartner, sagte Wolowski. Wenn wegen des Schmerzes die Kiefermuskulatur angespannt werde, könnten Schienen diese entlasten. "Die Migräne als solche können Zahnärzte aber natürlich nicht behandeln." Daher sollten Ärzte nach Ansicht der Expertin früher interdisziplinär arbeiten. Mit einem Besuch beim Arzt sollten Geplagte aber ohnehin nicht lange warten, riet Wolowski. "Durch eine frühzeitige Therapie und Diagnostik lassen sich lange Leiden verhindern." (dpa)

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