Rauchen

Frauen gegen Raucherprävention oft immun

Greifswald. Bemühungen zur Senkung des Zigarettenkonsums greifen bei Frauen schlechter als bei Männern. Das sagte der Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin, Ulrich John, in Greifswald in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa
26.05.2010, 17:32
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Greifswald. Bemühungen zur Senkung des Zigarettenkonsums greifen bei Frauen schlechter als bei Männern. Das sagte der Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin, Ulrich John, in Greifswald in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa

Während bei Männern in Deutschland die Raucherquote in den vergangenen zehn Jahren von 32 auf 27 Prozent gesunken sei, liege sie bei Frauen weiter konstant bei knapp über 20 Prozent. Rauchende Frauen seien durch hormonelle Verhütung und Schwangerschaft von besonderen Krankheiten und Risiken betroffen. «Wir sind bei der Prävention noch viel zu naiv», sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses «MV Rauchfrei».

John forderte anlässlich des Weltnichtrauchertages (31. Mai) auf Frauen zugeschnittene Präventionsangebote - beispielsweise über Frauenärzte. Raucherinnen, die mit der Pille verhüten, hätten ein deutlich höheres Risiko, an Beinvenen-Thrombosen zu erkranken als nichtrauchende Frauen, sagte er. Zudem wiesen sie ein erhöhtes Osteoporose-Risiko auf. «Ein besonderes Problem stellt das Rauchen in der Schwangerschaft dar», sagte er. Auch sei in den ersten neun Monaten nach der Geburt das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes bei Kindern von rauchenden Müttern um das Acht- bis Sechzehnfache höher als bei Kindern von Nichtrauchermüttern.

Nur aufeinander abgestimmte Präventions- und Beratungsangebote könnten dazu führen, dass auch bei Frauen die Raucherquote sinkt. Andere Länder wie Schweden seien viel weiter. Dort würden rauchende Frauen gezielt über Frauenzeitschriften angesprochen. (dpa)

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