Gefahr durch Zecken So schützen Sie sich vor Borreliose und FSME

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Mit Borreliose und FSME können die Spinnentierchen zwei gefährliche Krankheiten übertragen. Wie man sich davor schützen kann.
27.06.2022, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lorena Simmel

Der Sommer ist auch Hochsaison für Zecken: Die winzigen Spinnentiere können Erreger von Infektionskrankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Gegen FSME gibt es eine Impfung, nicht aber gegen Borreliose. Nicht jede Zecke trägt Erreger in sich, dennoch sollte man laut Experten wissen, wie man sich beim Ausflug ins Grüne schützt.

Wo man Zecken begegnet

„Unsere heimischen Zecken halten sich gerne im hohen Gras, Gebüsch, in losem Laub und in nicht zu trockenen Wäldern auf“, sagt die Hausärztin und Notfallmedizinerin Michaela Geiger aus Neckarsulm. Meist streife man sie im Vorbeigehen ab. „Insofern lauten die Schutzregeln: Festes Schuhwerk tragen, lange Hosen in die Socken stecken und sich nach dem Aufenthalt in der Natur am ganzen Körper gründlich absuchen“, rät die Medizinerin. Kinder sollten außerdem einen Hut tragen. Denn: Zecken können etwa im Gebüsch auf eine gewisse Höhe hinaufklettern. Dass die Spinnentiere sich von hohen Bäumen auf ihre stürzen, ist ein Mythos.

Über Risikogebiete erkundigen

Grundsätzlich können Zecken überall, also in jedem Landstrich, vorkommen und Krankheitserreger übertragen. In manchen Regionen besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion, die von Zecken übertragen wird. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Internetseite eine Deutschlandkarte mit den aktuellen FSME-Risikogebieten: www.rki.de (Suchbegriff: FSME).

Wie Insektensprays schützen

Mücken- oder Zeckensprays seien nur bedingt nützlich, sagt die Tropenmedizinerin Kristina Huber vom LMU Klinikum München. „Sie helfen gut gegen Mücken; dass sie aber genauso gut gegen Zecken helfen, ist nicht nachgewiesen.“ Für bestmöglichen Schutz sorge eine Kombination: die Impfung gegen FSME, lange Kleidung, ein Zeckenspray mit dem Wirkstoff Permethrin – gesprüht auf Haut und Stoff. Ebenso wichtig sei das gründliche Absuchen des Körpers. Dabei sollten auch die Körperfalten im Intimbereich sowie die Bereiche hinter den Ohren und unter den Achseln nicht vergessen werden, betont die Ärztin.

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Was bei einem Zeckenstich zu tun ist

„In der Regel hat man ausreichend Zeit, die Zecke zu entfernen.“ Um Borreliose-Erreger zu übertragen, müsse die Zecke eine gewisse Zeit saugen, ehe Borrelien abgegeben würden. „Wenn man die Zecke in weniger als zwölf Stunden entfernt, hat man in der Regel nichts zu befürchten“, sagt Geiger. Etwas anders sehe es bei FSME aus: Die Erreger würden deutlich schneller übertragen, eine Infektion sei aber seltener. Laut RKI tragen 0,1 bis fünf  Prozent der Zecken in Risikogebieten FSME-Viren in sich. In aller Regel bleibe aber Zeit, um Werkzeuge wie Zeckenhaken, -karten oder -zangen zu kaufen. Damit könnten Zecken langsam und kontrolliert entfernt werden, anschließend werde die Wunde desinfiziert.


Von Hausmitteln wird abgeraten

„Früher hieß es, man solle die Zecke mit Öl oder Butter einreiben, damit sie keine Luft mehr bekommt und loslassen muss“, sagt Huber. Davon sei dringend abzuraten. Denn: Einschmieren, Drücken oder Quetschen berge die Gefahr, dass die Zecke erregerhaltigen Mageninhalt erbreche – und so erst recht Infektionsgefahr bestehe.

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Hautveränderungen als Anzeichen

Etwa vier bis sechs Wochen sollte die Haut rund um die Stelle beobachtet werden. Bei Borreliose trete häufig als erstes Anzeichen eine Wanderröte auf. „Die Einstichstelle in der Mitte blasst ab, darum entsteht ein sich ausweitender roter Hof“, beschreibt Geiger. Der randbetonte Kreis könne einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimeter erreichen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tritt eine Wanderröte in 90 Prozent der Borreliose-Fälle auf. In vielen Fällen werde eine Borreliose nicht gleich erkannt. Die Infektion lasse sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln, Borrelien sind Bakterien.

Symptome bei FSME

Eine FSME-Infektion beginnt laut Huber meist mit unspezifischen Krankheitszeichen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder auch Fieber. Oft folge ein symptomfreies Intervall von knapp einer Woche, ehe eine Gehirnhaut-, Gehirn- oder Nervenentzündung einsetze. Medikamente, die gezielt gegen das FSME-Virus wirkten, gebe es nicht, sodass die Beschwerden behandelt werden könnten.

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