Gesundheit Modedroge «Spice» dauerhaft verboten

Berlin. Die Modedroge «Spice» ist künftig dauerhaft verboten. Am Freitag (22. Januar) tritt eine entsprechende Rechtsänderung in Kraft. Die neue Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) zog ein Jahr nach dem vorläufigen Verbot per Eilverordnung eine positive Zwischenbilanz.
21.01.2010, 17:31
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Berlin. Die Modedroge «Spice» ist künftig dauerhaft verboten. Am Freitag (22. Januar) tritt eine entsprechende Rechtsänderung in Kraft. Die neue Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) zog ein Jahr nach dem vorläufigen Verbot per Eilverordnung eine positive Zwischenbilanz.

«Es ist nicht mehr auf dem legalen Markt verfügbar», sagte Dyckmans in Berlin. Sie sprach von einem positiven Effekt, weil der Konsum durch die fehlende Verfügbarkeit nach bisheriger Einschätzung rückläufig sei. «Schon allein dadurch ist die Nachfrage nach den gesundheitsgefährdenden Kräutermischungen stark zurückgegangen.»

Die Modedroge war als Kräutermischung verkauft worden. Sie birgt aber nach Ansicht der Bundesregierung große Gesundheitsgefahren. Mit der Rechtsänderung werden Cannabis-ähnliche Wirkstoffe von «Spice» auf Dauer verboten. Damit sind Herstellung, Handel und Besitz untersagt. Drei weitere Stoffe kommen auf den Index, die als Zusatz in neuen Kräutermischungen enthalten sein sollen oder über die in Rauschgiftforen im Internet diskutiert wird. Verboten wird auch Mephedron, das eine ähnliche Wirkung wie Ecstasy und Kokain haben soll.

Die Drogenbeauftragte schloss weitere Verbote für andere Stoffe nicht aus. «Die Bundesregierung beobachtet die Marktentwicklung kontinuierlich und reagiert auf neue Substanzen unverzüglich», sagte die FDP-Politikerin. Sie hatte im vergangenen Jahr Sabine Bätzing (SPD) in dem Amt abgelöst.

Die Krankenkasse KKH-Allianz hält das dauerhafte Verbot von «Spice» für richtig. «Schließlich bergen synthetische, in ihrer Wirkung unbekannte Cannabis-Varianten sowie Gifte beim Verbrennungsprozess ein hohes gesundheitliches Risiko», sagte der KKH-Allianz-Experte und Apotheker Peter Moormann. «Ständig wurden neue gefährliche Substanzen in der 'Spice'-Mischung entdeckt, da kann es nur heißen: Finger weg von diesem schädlichen Drogencocktail.» (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+