Gesundheit Rosazea: Belastende Hauterkrankung mit hübschem Namen

Berlin (dpa/tmn) - Mit 30 fangen bei vielen die Zipperlein an: Während Akne eine Hauterkrankung in der Jugend ist, beginnt Rosazea meist erst im dritten Lebensjahrzehnt. Sie ist gutartig, doch die Betroffenen müssen gerötete Wangen, Pusteln und Pickel ertragen.
08.09.2010, 10:32
Lesedauer: 2 Min
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Berlin (dpa/tmn) - Mit 30 fangen bei vielen die Zipperlein an: Während Akne eine Hauterkrankung in der Jugend ist, beginnt Rosazea meist erst im dritten Lebensjahrzehnt. Sie ist gutartig, doch die Betroffenen müssen gerötete Wangen, Pusteln und Pickel ertragen.

Sie trägt einen hübschen Namen, ist aber für die Betroffenen oft sehr belastend: die Hauterkrankung Rosazea. Die Patienten haben stark gerötete Wangen, sind teils mit Pusteln, Papeln und Pickeln übersät - ähnlich wie bei Akne. «Doch während die Akne meist Jugendliche befällt, tritt die Rosazea typischerweise erst ab 30 bis 40 Jahren auf», sagt Klaus Fritz, Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin.

«Die Ursachen dieser chronisch-entzündlichen, nicht-infektiösen und gutartigen Erkrankung sind immer noch nicht im Letzten aufgeklärt», sagt Harald Gollnick, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Hautärzte gehen von einer Durchblutungsstörung der Gefäße im Gesichtsbereich aus. Diese wird durch innere und äußere Reize verstärkt.

Ähnlich aussehende Krankheiten ausschließen:Den Experten zufolge sind bei der Rosazea auch Demodex follicolorum-Milben im Spiel, die in den Haarbalgen leben. Diese Milben, die bei vielen Menschen vorkommen, nisten sich demnach vermehrt in der Haut von Rosazea-Patienten ein. Reize, die einen regelrechten Schub auslösen können, sind Alkohol - getrunken und in Mitteln auf die Haut aufgetragen -, hoher Blutdruck oder auch Blutdruckmedikamente sowie scharfe Speisen und Gewürze. Auch UV-A-, UV-B- und Infrarotstrahlen gelten laut Gollnick als Reiz. Auch wenn die Rosazea eine gutartige Krankheit ist - Betroffene sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, wenn sie an der typischen Wangenröte leiden. «Man muss ausschließen, dass eine andere Krankheit dahinter steckt», betont er.

Behandlung von außen und von innen:Je nach Stadium stehen eine Behandlung der Haut oder die Einnahme von Tabletten an. «Am besten überprüft ist das Mittel Metronidazol, das als Creme, Lotio oder Gel verwendet werden kann», erläutert Gollnick. Gängig sei auch Azelainsäure als Gel. Um die Demodex-Milben auszuschalten, könne auch eine Permethrin-Creme eingesetzt werden.

In Form von Tabletten werde bei schwereren Verläufen über einige Zeit das Antibiotikum Tetracyclin in niedriger Dosierung zum Einnehmen verordnet. Kortison, das bei einigen anderen Hauterkrankungen eingesetzt wird, sollte bei der Rosazea dagegen nicht verwendet werden. «Dies kann zwar zu einer anfänglichen Verbesserung führen, beim Absetzen verschlechtert sich die Rosazea jedoch teils dramatisch», warnt Fritz. Die einzige Möglichkeit, direkt gegen die Rosazea-Äderchen vorzugehen, ist eine Laserbehandlung.

Naturheilkundliche Mittel mit Augenmaß versuchen:Ein Teil der Patienten sucht neben den schulmedizinischen Methoden auch nach Mitteln aus der Naturheilkunde. «Man kann verschiedene Dinge mit Augenmaß versuchen, aber es gibt wenig gesicherte Hinweise auf Behandlungserfolge», sagt Bernhard Uehleke, Forschungskoordinator der Abteilung Naturheilkunde der Charité Universitätsmedizin in Berlin. Bei einer kleinen Studie mit Rosazea-Patienten, die ihre Wangen mit Heilerde behandelten, seien die Reaktionen sehr unterschiedlich gewesen: «Einige konnten die Behandlung nicht ertragen, bei anderen wurden die Symptome tatsächlich besser.» Grundsätzlich könnten aber auch Kaltwasserreize nach Kneipp helfen oder weniger Stress.

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