Hannover

Gülle wird zum Problem

Hannover. Die Bauern wissen nicht mehr, wohin mit der Gülle. Die Tanks drohen teils überzulaufen.
09.01.2018, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Gülle wird zum Problem
Von Silke Looden

Hannover. Die Bauern wissen nicht mehr, wohin mit der Gülle. Die Tanks drohen teils überzulaufen. Grund für die Überkapazitäten ist nach Angaben des niedersächsischen Bauernverbandes Landvolk die schlechtere Witterung im Herbst. Zum einen mussten die Rinder wegen des Dauerregens früher als sonst in den Stall. Zum anderen konnten die Landwirte die Hinterlassenschaften der Tiere nicht auf die Felder bringen, weil die Trecker im Matsch stecken blieben. Im Winter gilt zudem ein Düngeverbot. Um eine illegale Entsorgung zu verhindern, hat das niedersächsische Agrarministerium einen Havarie-Erlass herausgegeben. Darin sind Ausnahmen für die Ausbringung von Gülle geregelt.

Die neue niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) befürchtet vor allem, dass Gülle unkontrolliert abfließen und das Grundwasser gefährden könnte. „Das muss auf jeden Fall verhindert werden“, betont die Ministerin. Im Winter nehmen die Pflanzen keine Nährstoffe auf, sodass diese im Erdreich durchsickern. Deshalb gilt normalerweise bis Februar ein Verbot für das Ausbringen von Gülle. Wegen der angespannten Lage aber sollen die Bauern nun Ausnahmen bei der Landwirtschaftskammer beantragen können. Vereinzelt liegen sogar Anträge auf den Bau von Güllelagunen vor. Dabei handelt es sich um Erdbecken zur Zwischenlagerung, die mit einer Spezialfolie abgedichtet werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+