Lehrer Handlungsanleitung für Lehrer zum Thema Mobbing

Bremen. Prügel, Hänseleien, Gerüchte streuen: Viele Schüler mobben ihre Klassenkameraden regelmäßig. Eine Handlungsanleitung soll Lehrer, die dies beobachten, Hilfestellung geben.
23.03.2010, 17:24
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Bremen. Prügel, Hänseleien, Gerüchte streuen: Viele Schüler mobben ihre Klassenkameraden regelmäßig. Eine Handlungsanleitung soll Lehrer, die dies beobachten, Hilfestellung geben.

Untersuchungen zufolge seien in Deutschland bis zu neun Prozent der Jungen und Mädchen Mobbing-Täter, sagte Psychologie-Professor Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin am Dienstag (23. März) in Bremen, wo er zusammen mit der Unfallkasse Bremen die Anleitung vorstellte. Die Broschüre soll für das Problem Mobbing unter Schülern - das sogenannte Bullying - sensibilisieren und rechtliche Möglichkeiten und Wege aus der Gewaltspirale aufzeigen. «Bullying hat schwere Folgen für die Opfer, deshalb müssen die Lehrer handeln», sagte der Wissenschaftler.

Doch viele Lehrkräfte sind verunsichert. Harmlose Streitereien oder doch gezieltes Tyrannisieren über Wochen und Monate? «Lehrer sehen häufig Szenen, die sie nur schwer einordnen können», erklärte Birgit Muhl vom Zentrum für schulbezogene Beratung. Weiterbildungen für Lehrer, Streitschlichter-Programme für Schüler, Rollenspiele oder Berichte früherer Mobbing-Opfer vor Klassen - es gibt viele Wege, solche Gewalt zu verhindern. «Man muss das Thema immer wieder bewusst machen, dann ist die Hemmschwelle höher», sagte der Geschäftsführer der Unfallkasse Bremen, Lothar Jackwerth. Die Unfallkasse hofft, mit ihrem Engagement das Klima an Schulen zu verbessern und Gewaltdelikte reduzieren zu können.

Nach Angaben Scheithauers werden zwischen fünf und elf Prozent der Schüler regelmäßig Opfer von Bullying. Jackwerth betonte: «Mobbing unter Schülern gab es mit Sicherheit immer, aber man hat es sehr gerne totgeschwiegen.» Neue technische Möglichkeiten hätten die Situation verschlimmert. Denn oft filmen oder fotografieren die Täter die Erniedrigung ihrer Opfer und verbreiten die Bilder anschließend blitzschnell über das Handy oder Internet an unzählige Mitschüler. Der Spott sei dann groß, sagte Jackwerth. «Es gibt in solch einem Fall keine Grenze mehr, man wird ununterbrochen verfolgt.» (dpa)

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