Am 4. Dezember Barbarazweige fürs Weihnachtsfest schneiden

Barbarazweige werden am 4. Dezember geschnitten und in eine Vase ins Haus geholt. Damit sie bis Heilig Abend erblühen, brauchen die Zweige einen Kälteschock.
01.12.2022, 14:33
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Früher gab es zu Weihnachten nicht in jedem Haus einen Christbaum. Sondern man schnitt am 4. Dezember Zweige von Bäumen im Garten ab und stellte sie in einer Vase ins Haus. 20 Tage später, an Heiligabend, sollten sie erblüht sein - als Symbol für die Geburt Christi. Der Brauch der Barbarazweige ist auch heute noch verbreitet - und eine schöne Alternative zum teuren Weihnachtsbaum.

Klassischerweise nimmt man für den Barbara-Brauch Kirschzweige. Es eignen sich aber auch:

- Winterjasmin

- Kornelkirsche

- Zierkirsche

- Japanische Quitte

- Goldregen

- Ginster

- Zierjohannisbeere

- Zierpflaume

- Mandelbaum

- Forsythie

- Weide

- Hasel

Die Gärtnerin Svenja Schwedkte empfiehlt außerdem Zaubernuss und Schlehe.

Ein paar Stunden Winter

Damit die Zweige mitten im Winter - also viel früher als natürlich üblich - erblühen, muss man ihnen einen Schnelldurchlauf durch die Jahreszeiten ermöglichen. Sie brauchen also den Kälteschock des Winters, gefolgt von der ersten Frühlingswärme.

Sie sind sich unsicher, ob Ihre Bäume in diesem Jahr schon ausreichend Frost erfahren haben? Eine Kältenacht, selbst nur ein bisschen Nachtfrost könne schon ausreichen, so Svenja Schwedkte, die eine Gärtnerei in Bornhöved in Schleswig-Holstein betreibt. Und im Zweifel kann man die abgeschnittenen Zweige in die Gefriertruhe legen.

Nach dem Schnitt und vielleicht noch einem Aufenthalt im künstlichen Frost kommen die Deko-Zweige über eine Nacht in lauwarmes Wasser und erst dann in den eigentlichen Krug, rät Schwedtke.

Die Legende der Heiligen Barbara

Barbarazweige heißen so im Gedenken an die Heilige Barbara. Ihre Legende besagt, dass die Kaufmannstochter wegen ihres Glaubens ins Gefängnis musste. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Diesen stellte Barbara ihrer Zelle ins Wasser. Am Tag ihrer Hinrichtung öffneten sich die Blüten, so die Überlieferung.

In manchen Regionen gelten die Zweige sogar als Orakel: So soll man etwa in Niederösterreich Zettelchen mit Namen darauf an Kirschzweige hängen. Die Person, deren Name an dem Zweig hängt, der zuerst erblüht, wird im kommenden Jahr besonders mit Glück rechnen können, so der Brauch.

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