Pflanzen Die Gartensaison beginnt

Bremen. Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Winterluft vertreiben, juckt es vielen Garten- und Balkonbesitzern in den Fingern: Jetzt ist es höchste Zeit, um den Weg für einen prachtvoll blühenden Garten zu ebnen. Dabei hilft es schon, einige einfache Tipps umzusetzen.
16.03.2010, 16:27
Lesedauer: 4 Min
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Bremen. Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Winterluft vertreiben, juckt es vielen Garten- und Balkonbesitzern in den Fingern: Jetzt ist es höchste Zeit, um den Weg für einen prachtvoll blühenden Garten zu ebnen. Dabei hilft es schon, einige einfache Tipps umzusetzen.

Duftveilchen leiten den Frühling ein

Mit seinen violetten Blüten und seinem süßen Geruch läutet das Duftveilchen als eine der ersten Blütenpflanzen den Frühling im Garten ein. Das Veilchen gilt als robustes und zähes Gewächs, das sich durch Samen und Ausläuferbildung gut im Garten behaupten kann.

Darauf weist der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn hin. Die Ansiedlung im Garten ist meist unkompliziert, denn die ausdauernde Staude verbreitet sich recht schnell. Schon ab März zeigt sie die ersten Blüten. Geschützte Plätze mit nährstoffreichem und feuchtem Boden werden bevorzugt.

Das Duftveilchen kann auch in der Küche verwendet werden, so der aid. Die essbaren Blüten werden schon seit dem Mittelalter für Suppen, Soßen und Salate verwendet. Ein Klassiker sind die kandierten Veilchen, die zum Dekorieren von Torten und Desserts mit geschlagenem Eiweiß und Zucker umhüllt werden.

Zwiebelblumen vor Nässe schützen

Zwiebelblumen wie Narzissen und Tulpen sind anspruchslos - nur Staunässe vertragen sie nicht. Deshalb sollte das Pflanzgefäß Löcher im Boden haben, so dass Regen- oder Gießwasser abfließen kann.

Darauf weist das Informationsbüro Zwiebelblumen in Düsseldorf hin. Wenn sich Wasser im Gefäß staut, faulen die Zwiebeln. Falls kein Abzugsloch für überschüssiges Wasser vorhanden ist, darf nur vorsichtig gegossen werden. Das Gefäß sollte unter einem vor Regen schützenden Dach stehen.

Lilien-Wurzeln brauchen Schatten

Lilien im Garten brauchen einen hellen Standort. Der Wurzelbereich sollte jedoch schattig sein - damit er kühl bleibt. Darauf weist das Informationsbüro Zwiebelblumen (IZB) in Düsseldorf hin.

Gut erreichen lässt sich das durch eine Kombination mit kleinen Gehölzen, Stauden oder anderen Zwiebelblumen: So liegt der Wurzelbereich schattig, und der obere Teil der Lilien bekommt Licht. Zudem wirkt es sehr natürlich, wenn Lilien in einer gemischten Bepflanzung wachsen.

Ein besonders eindrucksvolles Exemplar ist die 110 Zentimeter hohe orientalische Lilie 'Casa Blanca', die im Juli oder August blüht. Die Zwiebeln können ab sofort bis Mai in humosen, gut wasserdurchlässigen Boden gepflanzt werden. Wegen ihrer großen Blüten empfiehlt sich für 'Casa Blanca' ein windgeschützter Standort, so das IZB. Damit diese Lilie gut durch den Winter kommt, kann man den Boden mit einer dicken Laubschicht vor starkem Frost schützen.

Fichten im März auf Läuse kontrollieren

Wer Fichten im Garten hat, sollte die Bäume im März auf Läuse kontrollieren. Die Sitkafichtenlaus, auch Fichtenröhrenlaus genannt, tritt besonders im Frühjahr und Herbst auf.

Die grüne Laus schädigt am häufigsten die Blaufichte, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn mit. Wer genau wissen will, ob Fichtenröhrenläuse vorhanden sind, muss klopfen. Bei der Klopfprobe wird im unteren Baumbereich eine helle Pappe unter die Zweige gehalten. Nach mehrmaligen kurzen, kräftigen Schlägen auf den Zweig fallen die Läuse direkt auf die Pappe und sind leicht zu erkennen. Sind es mehr als fünf, ist eine Behandlung empfehlenswert.

Die Laus mit einer Größe von 1,2 bis 1,8 Millimetern saugt den Pflanzensaft aus den Nadeln und gibt dabei giftigen Speichel ab, der zum Vergilben der Nadeln führt. Typische Symptome sind zunächst gelb- und braunfleckige Nadeln. Schließlich erfasst die Verfärbung die ganzen Nadeln, und sie fallen ab. Bei fortgeschrittenem Befall verkahlen die Bäume von unten nach oben und von innen nach außen.

Schalotten brauchen viel Platz

Die auch als Edelzwiebel bezeichnete Schalotte ist ein beliebtes Speise- und Würzgemüse. Hobbygärtner sollten die Zwiebeln (botanisch: Allium ascalonium) bis spätestens Ende März stecken, damit sie sich kräftig bewurzeln.

Sie bevorzugen leichte, sandige und humushaltige Böden, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Für ein optimales Wachstum sollten nur gesunde, große Zwiebeln gepflanzt werden.

Hobbygärtner sollten einen Reihenabstand von 25 bis 30 Zentimetern einhalten und auch in der Reihe einen für Zwiebeln ungewöhnlich großen Pflanzenabstand von 15 bis 25 Zentimetern wählen. Das ist notwendig, weil Schalotten große Büschel aus vielen Einzelzwiebeln ausbilden. Reichlich Platz fördert zudem ein kräftiges Wachstum. Der Verband empfiehlt, die Pflanzen zwischen Mitte Mai und Ende Juni öfter zu gießen. Staunässe sollte aber vermieden werden.

Stauden wie in der Natur pflanzen

Frühling ist Pflanzzeit für winterharte Stauden. Der Zentralverband Gartenbau in Bonn rät, sie nach dem Vorbild der Natur zu pflanzen: Was dort als einzelnes Exemplar wächst, sollte auch im Garten einzeln stehen.

Andere Stauden wachsen vorzugsweise in Gruppen. Wieder andere erobern größere Flächen und treten in Massen auf. Werden sie einzeln gepflanzt, wirken sie verloren.

Bei Qualitätsstauden sind in der Regel «Geselligkeitsstufen» auf dem Etikett zu finden. Stufe I bedeutet beispielsweise: "Möglichst einzeln oder in kleinen Tuffs pflanzen." Königskerzen, Türkischer Mohn und Pfingstrosen gehören in diese Stufe. Geselligkeitsstufe II heißt: "In kleinen Trupps von 3 bis 10 Pflanzen gruppieren." Der Goldsturm-Sonnenhut (Rudbeckia fulgida 'Goldsturm') kommt so am besten zur Geltung. Auch die schönen Bartiris setzen sich gut als kleines Grüppchen in Szene.

"In größeren Gruppen von 10 bis 20 Stück verwenden», lautet die Empfehlung bei Stufe III. Wer den flachen Silberblatt-Ehrenpreis (Veronica spicata ssp. incana) betrachtet, empfindet das als logisch. Erst als kleine silbergraue Fläche zeigt er Wirkung. "In größeren Stückzahlen und meist flächig pflanzen" und "Vorwiegend großflächig pflanzen" lauten die Ratschläge für Stufe IV und V. Bei der Schaumblüte (Tiarella cordifolia) sind je nach Situation beide Verwendungsstufen möglich. Für den ausdehnungsfreudigen Kaukasus-Beinwell (Symphytum grandiflorum) ist nur Stufe V denkbar. (dpa)

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