Nachhaltige Gartenarbeit Laub kompostieren – Mit natürlichen Tricks eigene Erde produzieren

Überall schimmern zurzeit bunte Blätter an den Bäumen hervor. Doch spätestens, wenn sie zu Boden fallen und im Garten Überhand nehmen, fragen sich Gartenbesitzer: „Wohin mit dem ganzen Laub?“.
27.10.2022, 16:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Melanie Holz | Content Marketing Autorin
Inhaltsverzeichnis

Wir geben Tipps, wie das Laub nützlich in einem Kompost verwertet wird und dadurch im Frühjahr nährstoffreicher Dünger bereitsteht.

Das wird benötigt:

  • Gartenschere, Laubbesen, Gartenabfallsack zum Sammeln von Laub, Gartenhandschuhe, Biotonne für nutzloses Laub
  • Kompostzusätze: Herbstlaub, Garten- und Gemüseabfälle, Rasenschnitt, reifer Dünger, Algenkalk
  • Kompostbehälter (oder Material für selbst gebauten Kompostbehälter: Hasendraht und zwei Holzstäbe)

Welches Laub darf verwendet werden?

Es ist wichtig zu wissen, dass Hobbygärtner für einen Kompost nur Blätter von bestimmten Baumarten verwenden sollten. Besonders geeignet sind Blätter von:

  • Obstbäumen
  • Linden
  • Eschen
  • Birken
  • Ahorn

Die Blätter von Eichen, Buchen und Kastanien sollten nur in geringem Maße im Kompost landen, da sie sehr viel Zeit benötigen, bis sie sich zersetzt haben. Außerdem können sie zur Übersäuerung des Komposthaufens sorgen. Beim Aufsammeln der Blätter ist darauf zu achten, ob diese noch gesund sind. Vor allem wenn der Baum schon Krankheitszeichen aufweist, sollten dieses Laub besser nicht mehr verwendet werden.

Standort des Kompostbehälters

Der Kompost sollte im Halbschatten stehen und vor allem an dem in der Nähe des Ortes der späteren Verwendung (z. B. am Gemüse- oder Blumenbeet). Außerdem ist es wichtig, dass er an einem vor Tieren geschützten Ort steht.

Einen Kompostbehälter selbst bauen

Ein Kompostbehälter kann einfach im Baumarkt oder Gartencenter des Vertrauens erworben werden. Eine nachhaltige Variante ist es jedoch sich einen eigenen Behälter selbst zu bauen. Dafür benötigen Hobbygärtner nur zwei Materialien: Hasendraht und zwei längliche Holzstäbe. Die Stäbe werden gegenüber voneinander in den Boden gesteckt und mit dem Hasendraht umrahmt – der Kompost sollte mindestens einen Durchmesser von einem Meter haben. Unten und oben bleibt der Behälter offen, sodass ausreichend Luft an den Kompost kommen kann und Schimmelbildung verhindert wird.

Anleitung zur Schichtung im Kompost

Ein selbst gemachter Dünger ist eine nachhaltige Variante, um das eigene Laub aus dem Garten zu verwerten. Trotzdem sollten Gärtner wissen, dass es mindestens ein Jahr dauern kann, bis das Laub kompostiert und die Erde reif ist.

Ein qualitativ hochwertiger Komposthaufen besteht jedoch nicht nur aus dem Laub der Bäume. Denn insgesamt sollte der Anteil des Laubes im Kompost nur ca. 20 Prozent ausmachen. Die wenigen Nährstoffe in den Blättern reichen nicht aus, um daraus nährstoffreiche Erde zu produzieren. Deshalb ist es ratsam, noch Küchenabfälle (Gemüsereste) dazuzugeben, sodass der Komposthaufen mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist. Rasenschnitt oder andere Gartenabfälle können ebenfalls untergemischt werden.

Zuerst kommen in den Kompostbehälter die Blätter. Hier ist darauf zu achten, dass sie ausreichend trocken sind. Es ist deshalb ratsam, die Blätter nicht direkt am frühen Morgen einzusammeln, denn zu dieser Tageszeit können sie noch feucht sein, sodass sich im Komposthaufen Schimmel bilden könnte – dies gilt es zu vermeiden.

Anschließend kommt über die Blätter reifer Kompost, der für die Aktivierung des Verrottungsprozesses sorgt. Über diese Schicht werden weitere Blätter sowie die Küchen- und Gartenabfälle gegeben. Für einen neutralen pH-Wert im Komposthaufen wird noch Algenkalk darüber geschüttet.

Wenn der Komposthaufen fertig geschichtet ist, sollte er regelmäßig umgegraben werden, damit die Luft gut zirkulieren kann. Genauso wichtig ist es, auch ihn direkt nach der Schichtung und in regelmäßigen Abständen zu gießen, damit er nicht austrocknet.

Reifegrad des Komposts mit dem Kressetest überprüfen

Wenn der Kompost immer dunkler und krümeliger wird, kommt die Frage auf, ob der Kompost schon reif ist. Dies lässt sich einfach mit Kressesamen testen. Dafür wird etwas vom Kompost in eine Schale gefüllt und die Kressesamen darauf verteilt und leicht angedrückt. Die Schale wird an einen hellen Platz gestellt und die Erde sollte immer feucht gehalten werden. Wenn grüne und gesunde Triebe aus der Erde sprießen und diese auch nach wenigen Tagen noch grün und nicht gelb oder braun aussehen, dann ist der Kompost reif und kann als Erde verwendet werden.

Das herunterfallende Laub im Herbst muss keineswegs direkt in der Biomülltonne landen. Vielmehr kann es durch einfache Mittel auf dem Komposthaufen landen, sodass nach ein bis zwei Jahren neue gesunde Erde daraus entstanden ist.

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