Prozesse

Schnarchender Nachbar kein Kündigungsgrund

Bonn. Mit einem schnarchenden Nachbarn muss man leben. Das entschied das Bonner Amtsgericht und wies die Klage eines Ehepaares gegen seine Vermieterin ab.
25.03.2010, 16:31
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Bonn. Mit einem schnarchenden Nachbarn muss man leben. Das entschied das Bonner Amtsgericht und wies die Klage eines Ehepaares gegen seine Vermieterin ab.

Die Kläger hatten 8500 Euro Schadensersatz verlangt, weil sie sich von der Vermieterin arglistig getäuscht sahen. Sie hatten ausdrücklich nach einer ruhigen Wohnung gesucht. Ein Schnarcher unter ihrer Wohnung aber hielt sie nächtelang wach. Nach vier Monate kündigte das Paar fristlos und zog aus. Einen Grund für eine fristlose Kündigung habe es nicht gegeben, befanden die Richter. In einem Mehrparteienhaus könnten die Mieter nicht erwarten, dass alle Geräusche ausgeschlossen werden.

Das Gründerzeithaus aus dem Jahr 1897 verfügt nach einem Gutachten über einen ausreichenden Schallschutz. Die Geräusche eines Schnarchers müsse man hinnehmen, hieß es im Urteil. Da ändere auch die Aussage eines Sachverständigen nichts, der bestätigte, dass die tiefen Frequenzen eines Schnarchers bei Holzbalkendecken besonders gut weiter geleitet werden. Auch könne eine Vermieterin nicht für die Geräusche der Nachbarn verantwortlich gemacht werden. Mit ruhig hatte die Vermieterin die ruhige Lage des Hauses gemeint. Jetzt müssen die Eheleute die Kosten des Umzugs wie auch Maklerprovision selber tragen - und auch noch drei Monatsmieten nachzahlen (AZ: AG Bonn 6 C 598/08). (dpa)

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