Buntes Heulen und Zähnezeigen beim Hundekonzert

Sydney . Heulen, bellen, Zähne zeigen in Sydney: Jede Reaktion des Publikums beim ersten Konzert der Welt eigens für Hunde war nicht nur geduldet sondern erwünscht.
07.06.2010, 11:22
Lesedauer: 2 Min
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Sydney . Heulen, bellen, Zähne zeigen in Sydney: Jede Reaktion des Publikums beim ersten Konzert der Welt eigens für Hunde war nicht nur geduldet sondern erwünscht.

«Hey los, das könnt ihr besser», rief Komponistin Laurie Anderson (63) den Vierbeinern am Opernhaus in Sydney zu und imitierte Hundegeheul, um sie mitzureißen. «Die Hunde waren ein Superpublikum», begeisterte sich Anderson anschließend. «Sie haben sich rhythmisch bewegt, sie haben gesungen und getanzt - völlig unbefangen!» Die Experimentalmusikerin aus New York bezeichnete die Aufführung als «Höhepunkt ihres Lebens». Das Stück sollte zunächst vor allem im Hochfrequenzbereich bleiben, für Menschenohren nicht zu hören. Doch Anderson überlegte es sich zuletzt doch anders: Auch die Zweibeiner sollten etwas davon haben.

Die 20-minütige Kakophonie bestand aus Walgesängen und Synthesizer-Klängen vom Band, begleitet von Musik mit Saxophon, Geige und Bassgitarre auf der Bühne. Auf den Stufen des weltberühmten Opernhauses waren mehrere hundert Hunde mit Herr- und Frauchen versammelt: Doggen, Pudel, Spitze, Schäferhunde, Labradors, Terrier und jede Menge Promenadenmischungen. «Unser Hund steht auf Jazz», versicherte eine Frau, die Mann und Kind mitgebracht hatte. «Meiner ist ein Klassikfan. Er ist ein deutscher Hund, er mag besonders deutsche Komponisten», sagt eine Frau, ohne Anflug von Ironie.

Die Hunde reagierten unterschiedlich auf das Spektakel. Einige wackelten bewegt mit dem Schwanz, andere sabberten freudig erregt, viele bellten und einige knurrten auch und zeigten die Zähne. Vor Begeisterung in Ohnmacht fiel niemand, und so hatte der Tierarzt selbst Gelegenheit, die ausgelassene Stimmung zu genießen. Einer seiner Kollegen war eher skeptisch, was die vermeintliche Freude der Hunde anging: «Ich kenne nichts in der Fachliteratur, das nahelegt, dass Hunde Musik genießen können,» meinte Peter Higgins, Professor für Tiermedizin in Sydney. Immerhin: «Es wird ihnen nicht wehtun.»

Anderson hatte sich von ihrem Rat Terrier Lollabelle zu der Musik inspirieren lassen. Die Idee reifte in einem Gespräch mit dem Cellisten Yo-Yo Ma, erzählte sie, wie sie selbst ein eingefleischter Hundefan. «Wir dachten: wäre es nicht super, Musik zu spielen und dann ins Publikum zu schauen und dort nur Hundegesichter zu sehen?» Anderson ist mit ihrem Mann, US-Rock-Legende Lou Reed, Kuratorin des Vivid-Live-Kunstfestivals, das gerade in Sydney stattfindet. (dpa)

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